Chürzlich bini na jungfräulich gsi. Nei, nöd was ihr jetzt dänked. Baselbieter-Fasnacht-jungfräulich. Zürischnurre wärded ebä nöd Fasnacht-sozialisiert. Okäi, mir händ s Sächsilüüte, aber das findet ja im Früehlig statt und heisst bi Normalbürger nöd umesuscht «d Bonze-Fasnacht». Ich muess allerdings zuegäh: Ich verfolge immer s Aazünde vom «Böögg» und wette, i wie vill Minute es ihm de Grind verjagt.

Aber dass Fasnacht isch, realisiered villi erscht, wenn si im Niederdörfli über e paar Alkoholliiche im Gwändli stolpered. Oder wenn si mit uswärtigem Bsuech vom Grossmünsterturm abelueged und en Pseudo-Umzug gsehnd. Chliini Guggä, wenig Inschtrumänt, fantasielosi Koschtüüm. Das han ich mal erläbt. Nach zäh Minutä isch er fertig gsi und hinädra sind Migrante mitem Demotransparent cho. Hallo, isch 1. Mai? Da isch mer piinlich berüehrt; wie söll mer das am Gascht erkläre?

A de Puure-Fasnacht im Baselbiet gits villes, wo mer sich als Uswärtigi drüber wunderet. So hani zwar schomal vom «Waggis» ghört. Ich weiss, ihr mached eu so über d Elsässer luschtig. Aber warum hät dä Waggis so e riisigi Nase? Die tüüfrot Farb, nimm ich mal aa, isch e Aaspilig uf übermässige Trinkgenuss. Dass d Fasnacht da sehr ernscht gno wird, isch mer ufgfalle. Ich find es schön, dass d Traditione so pflägt und zelebriert wärded. Öppedie wär aber chli Humor über de Humor au nöd zverachte. Bis jetzt bini als Zürcherin allerdings nett ufgnah worde.

Wider besseren Wissens hani im Vorfeld die – offäsichtlich blödi – Frag gstellt, was denn de gnau Unterschiid zwüschet ere Guggä (kännt mer) und Clique seg. E Clique isch bi eus na am ehschte e (Quartier-)Gang. Die nett Reaktionsversion isch e churzi Körperstarri kombiniert mit stächendem Blick gsi. Es wiiters Myschterium für mich sind die Mimose-Strüüssli. Die schmöcked fein und d Blüete fühled sich ganz fiin a. Au wenn die hübsch sind, warum werded genau die Blueme vode Wäge gworfe?

Ja, ich chönnt das alles guugle. Gähn.

Nach mine (bescheidne) Erfahrige in Sissach das Jahr, muess ich eu na Respekt zolle. Mir isch es es Rätsel, wie ihr amel duremached und villicht na nach Basel wiiterziehnd. Das würd ich glaub nöd schaffe. Bi einzelne Exemplar hani dänkt: Läck, Bobby! Wie finded die dermasse sternehagelvoll de Heiweg? Trotzdem: Ich chume sicher wieder ane Puure-Fasnacht.

Claudia Maag absolviert ein Praktikum auf der bz-Redaktion in Liestal. Als waschechte Zürcherin kommen ihr manche Bräuche der Eingeborenen spanisch vor. Sollten Sie bei der Lektüre Stellen finden, die nicht wahr sind, so sind sie wenigstens gut erfunden.