Das Wandern ist des Titterters Lust. Diesem Hobby frönen vier Pensionierte aus der 420-Seelen-Gemeinde: Hans Peter Aebischer (63-jährig), Edi Degen (69), Paul Schweizer (67) und Jussi Tanskanen (66) begeben sich seit ein paar Jahren gemeinsam auf Wanderungen.

Während ihrer letztjährigen Ausflüge trafen sie hin und wieder auf eines der 151 Bänkli mit den Jahrgängen 1864 bis 2014, welche die Basellandschaftliche Kantonalbank 2014 zu ihrem 150-Jahr-Jubiläum sämtlichen Baselbieter Gemeinden geschenkt hat. Dazu kommen fünf Rastplätze.

Mit GPS auf Wanderkarten

Das Projekt war geboren. Dank einer Bank wandert das Quartett seit Januar von einer Bank zur andern. Die vier Kollegen entwarfen aufgrund der Koordinaten, die ihnen die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) zur Verfügung gestellt hatte, Tageswanderungen, die zu allen Bänkli und Rastplätzen führten.

Via GPS zeichneten sie die Routen auf Wanderkarten (1:25 000) von Swisstopo auf. «Swisstopo gab uns für diesen Zweck die Erlaubnis, wir mussten keine Bewilligung einholen», erklärt Aebischer, der frühere Gemeindeverwalter von Arboldswil und Titterten.

Ziel der vier Wandervögel, die alle fast direkte Nachbarn sind: Innert dieses Jahres zu allen 151 Bänkli und fünf Rastplätzen in sämtlichen 86 Baselbieter Gemeinden. Hans Peter Aebischer präzisiert: «Genau genommen sind es 152 Bänkli. Denn das Muster vor der BLKB-Niederlassung in Ettingen ist nicht im Verzeichnis aufgeführt.» Es trägt, wie ein zweites Bänkli, die Jahrzahl 1864, als die BLKB gegründet worden ist. Zudem befindet sich ein Bänkli im Schwarzbubenland, in Breitenbach, wo die BLKB eine ausserkantonale Niederlassung betreibt.

Das Quartett machte 24 Tagesetappen aus, die insgesamt 410 Kilometern entsprechen. Das längste Teilstück misst um die 22, das kürzeste etwa 13 Kilometer. Alle Ausgangs- und Zielorte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die erste Etappe nahmen die Wanderer in der zweiten Januar-Woche in Angriff. «Zuerst waren wir alle zwei Wochen am Mittwoch unterwegs, seit Mai im Wochen-Rhythmus», berichtet Aebischer. Dieser und seine drei Wanderkollegen haben inzwischen 22 Etappen hinter sich gebracht und gegen 13 000 Höhenmeter prästiert; bis zum Ende dürften es rund 15 000 sein. «Einmal war es so richtig heiss, einmal wurden wir verregnet.» Diese und nächste Woche absolvieren Hans Peter Aebischer, Edi Degen, Paul Schweizer und Jussi Tanskanen die letzten beiden Teilstücke. Vier Personen seien als Wandergruppe eine ideale Grösse. Das mache Reservationen überflüssig, meint Aebischer.

Fotobuch als Erinnerung

Die vier Wanderer sind auf ihren Märschen flott unterwegs. Der 63-jährige Aebischer spricht von einem Durchschnittstempo von 5,1 Kilometern pro Stunde. Bei jedem Bänkli warteten sie – auch unterwegs, wenn sie etwas Sehenswertes entdeckten. Leider werden auch Jubiläums-Bänkli der BLKB von Vandalenakten heimgesucht. Aebischer erzählt von zwei Beispielen: «Auf der Birsfelder Kraftwerkinsel und an einem anderen Ort wurden Bänkli mutwillig beschädigt.»

Ihre Erlebnisse werden die passionierten Wanderer in einem Fotobuch mit allen Details festhalten. Das Buch sei nur für sie; ein Exemplar erhalte auch die Basellandschaftliche Kantonalbank, sagt Hans Peter Aebischer und fügt an: «Für uns Bänkli-Wanderer gehört zum Wandern auch der gemeinsame Restaurantbesuch zur Pflege der Kameradschaft.»