Das Waldenburgerli ist der unbeliebteste Zug der Schweiz. Bezüglich Sauberkeit und Kundeninformation soll das so sein. Dies ergab eine Erhebung des Bundesamtes für Verkehr (BAV). Erst 2016 fusionierte die Traditionsbahn, die Waldenburg mit Liestal verbindet, mit der Baselland Transport AG (BLT). Die BLT will das Waldenburgerli in den nächsten vier Jahren komplett für rund 300 Millionen Franken erneuern. Fredi Schödler, Leiter Betrieb und Technik der BLT, äussert sich zum schlechten Abschneiden der Waldenburgbahn.

Herr Schödler, das Waldenburgerli gilt als schlechtester Zug der Schweiz. Was halten Sie von diesem Ranking?

Fredi Schödler: Es ist für uns keine Überraschung. Bereits die Kundenzufriedenheitsumfrage im vergangenen Frühling zeigte dies auf. Die Kantone machen alle zwei Jahre eine entsprechende Umfrage.

Wie gehen Sie mit dem für Sie unbefriedigenden Resultat um?

Wir haben die Ergebnisse beider Erhebungen analysiert. Aus den Unterlagen geht hervor, dass wir punkto Zuverlässigkeit und Sauberkeit sehr gut bewertet sind. Beim allgemeinen Erscheinen haben wir in beiden Umfragen gut abgeschnitten, die Resultate sind von der Grössenordnung her deckungsgleich. Überdurchschnittlich schlecht schneiden wir in der Fahrgastinformation ab.

Warum ist das so?

Obwohl wir an einem Erneuerungsprojekt, der Waldenburgerbahn sind, haben wir uns überlegt, was wir kurzfristig machen können. Wir wollten keine teuren Fahrinformationssysteme einführen und auf die Zukunft setzen. Seit Dezember sind alle Fahrzeuge mit einem Bordrechner ausgerüstet. Die beiden Umfragen fanden 2017 statt. Seit dem letzten Fahrplanwechsel sind die Züge mit der Leitstelle verknüpft. Über die Fahrplanapp der BLT ist es möglich, Informationen zu den Zugabfahrtszeiten in Echtzeit zu konsultieren. Zudem stellen wir an allen neuen Haltestellen elektronische Fahrgastanzeigen auf. So wie wir sie beim Tram- und Busnetz kennen. Dies sind zukunftsträchtige Investitionen.

Im Zug gibt es bis auf Weiteres keine digitalen Anzeigen?

Wir haben in den Fahrzeugen noch immer Ansagen, welche der Wagenführer macht. Wenn das Fahrzeug im Sommer mit offenen Fenstern unterwegs ist, ist es relativ laut und daher schwierig, die Durchsagen zu verstehen. Die neuen Züge werden mit absolut modernem Fahrgastinformationssystem ausgestattet sein. Mit Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge sieht die Welt völlig anders aus.

Wird es im neuen Waldenburgerli auch Toiletten geben?

Es ist und bleibt ein Kurzstreckenfahrzeug mit einer Fahrzeit von rund 22 Minuten, daher gibt es auch in den neuen Zügen keine Toiletten. Auf die Sauberkeit hat dies keinen Einfluss.

Das Waldenburgerli bleibt aber rot-weiss?

Das verraten wir dann im Oktober.