Erwachsene, die in der Region ein Skilager besucht haben, fühlen sich momentan womöglich an ihre Vergangenheit erinnert. An Bahnhöfen von Laufen bis Gelterkinden grinst ihnen der Mann entgegen, der Tausenden von Kindern in seinem Laden einen Namensbutton gedruckt hat. Fridolin Karrer, Gründer des Sportshops Karrer, ist auf Plakaten des Laufner Unternehmens verewigt worden. Beim Familienbetrieb handelt es sich um den grössten Skiverleih in der Nordwestschweiz.

Werbung Sportshop Karrer

Fridolin Karrer wirbt... für seine Stiftung.

Werbung Sportshop Karrer

Der auffälligste Ort, an dem der 84-jährige Karrer zu sehen ist, ist die Passerelle am Basler Bahnhof SBB. «Wir haben immer schon Werbung gemacht. Jedoch nicht in diesem Ausmass», sagt Regula Blättler, Geschäftsführerin des Sportshops. Wie viel sich die Firma die Werbung kosten lässt, möchte die Grossnichte des Firmengründers nicht sagen. Die 64 Plakate an vielen regionalen Bahnhöfen und an wenigen anderen Orten sind aber bestimmt kein Pappenstiel. Zusätzlich zum Plakat, auf dem Fridolin Karrer alleine neben dem Ortsschild von Laufen abgebildet ist, wurde auch eines im Querformat produziert, das Karrer mit einer Familie zeigt, die sich mit Skis eingedeckt hat.

Mehr Stiftungs-Gesuche erwartet

Dass ein lokales Unternehmen sich derart prominent in Szene setzt, ist nicht alltäglich. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass die Plakatkampagne dazu dienen soll, das Geschäft anzukurbeln. Brummt etwa der Skiverleih nahe des Laufner Bahnhofs nicht mehr so wie in der Vergangenheit? An Spitzentagen wurde der Sportshop Karrer derart überrannt, dass sich rund 40 Mitarbeiter um die Kundschaft kümmern mussten. «Wir spüren nicht, dass das Geschäft schlechter läuft als in den vergangenen Jahren», sagt Geschäftsführerin Regula Blättler dazu. Es gehe einfach darum, einmal etwas anderes zu machen und den Skiverleih-Pionier selbst sowie den Skisack des Laufentaler Shops in den Fokus zu rücken.

Die Werbung ermöglicht es dem Unternehmen auch, auf die Fridolin-Karrer-Stiftung aufmerksam zu machen, die Schulen und Vereine bei der Durchführung von Skilagern unterstützt. In die gemeinnützige Stiftung sind alle Aktien der Sportshop Karrer AG übertragen worden. Ein Bundesgerichtsurteil verbietet, dass Eltern mehr als 16 Franken pro Lagertag in Rechnung gestellt werden dürfen. Co-Stiftungsratspräsident Alex Kummer rechnet in diesem Jahr deshalb mit mehr Gesuchen. Mehr könne er aber erst nach der Stiftungsratssitzung Anfang Dezember sagen.