«Blackout» ist: Wenn die Lichter ausgehen; wenn alles, was vom Strom abhängt, stillsteht; wenn Chaos herrscht. Dieses Szenario ist zum Glück nicht Realität, sondern hat den Leitfaden gebildet zum gestrigen Thementag «Blackout» im Schweizer Fernsehen (siehe nachstehende Box).

Im Zentrum steht die Frage: Welche Konsequenzen hätte ein totaler Stromausfall während mehrerer Tage? Bei dieser neunstündigen Live-TV-Kiste ist das Baselbiet im Rampenlicht (die bz berichtete). Vor dem Liestaler Törli wird «SRF»-Moderatorin Sabine Dahinden fünfmal zugeschaltet, ihr Kollege Mario Grossniklaus meldet sich mehrmals aus dem Baselbieter Amt für Militär und Bevölkerungsschutz.

«Fühlen uns stets in Sicherheit»

Dahinden ist froh, dass der «Blackout» nur gespielt ist. Bei diesen Temperaturen müsste sie in Liestal frösteln. «Dann würde nämlich die Heizung in unserem Übertragungswagen nicht funktionieren, und wir wären bei dieser Kälte arm dran.» Die 48-Jährige, die regelmässig «Schweiz aktuell» präsentiert, ist erst vor ein paar Wochen in diesen Thementag eingebunden worden.

Obwohl sie Ende 1999 Orkan Lothar miterlebt und auch schon ohne Wasser habe sein müssen, «habe ich mir nicht überlegt, dass man in der Schweiz mit vier, fünf Tagen Stromausfall rechnen muss», erzählt Sabine Dahinden. Sie habe sich deshalb vorgenommen, genügend Wasser zu kaufen, um für ein paar Tage vorbereitet zu sein. «Wir fühlen uns immer wahnsinnig in Sicherheit. Ohne Strom ist einschneidend, ohne Wasser auch.» Es ginge oft vergessen, dass mangelndes Wasser häufig die Folge eines Stromausfalls sei, mahnt die Fernsehmoderatorin.

Zwischen ihren Einschaltungen nimmt sie sich Zeit, dem Fotografen zur Verfügung zu stehen und der bz Fragen zu beantworten. Derartige Thementage, an denen Dahinden meistens mit von der Partie ist, eröffnen ihr andere Welten. «Wenn ich im Fernsehen Leute frage, was sie in solchen Situationen machen, dann lerne ich selber dazu. Man beginnt umzudenken.» Und sie kommt wieder auf ihren Wasservorrat zu sprechen und fragt rhetorisch: «Was nützt es mir, zu Hause im Kasten Teigwaren zu haben, jedoch keinen Gaskocher, mit dem ich Wasser kochen könnte?» Trockene Teigwaren essen ist kein Vergnügen.

Im Amt für Militär und Bevölkerungsschutz in Liestal, wo der Kantonale Krisenstab im Einsatz ist, steht dessen Leiter Marcus Müller Fernsehmoderator Mario Grossniklaus Rede und Antwort. Dieser nimmt via Krisen-Hotline auch die Fragen der Bevölkerung auf. Allerdings melden sich nicht viele Leute. Balz Stückelberger, Chef des Informationsdienstes des Zivilschutzes Baselland, arbeitet eng mit dem Infodienst des Krisenstabs zusammen. Mit drei weiteren Personen deckt er die Kommunikation von Zivilschutz-Seite her ab und bedient Facebook und Twitter.

«Mich hat sehr überzeugt, dass vom Schweizer Fernsehen erkannt worden ist, dass Baselland für Krisensituationen mustergültig vorbereitet ist», bilanziert Stückelberger. Dahinter stecke jahrzehntelange Aufbauarbeit, vor allem von Marcus Müller. «Wir sind ein Musterkanton. Und das konnten wir der Bevölkerung auf den sozialen Medien auch zeigen», so Stückelberger weiter.

«Das wäre traurig. Einkaufsläden hätten geschlossen, viele Leute könnten nicht mehr arbeiten gehen», meint Sabine Dahinden auf die Frage, wie sie sich den Baselbieter Kantonshauptort bei einem richtigen Stromausfall vorstellen würde. Und ergänzt: «Auch Fernsehen hätte keinen Sinn ohne Strom.» Heute gäbe es relativ schnell ein Durcheinander. Ganz anders früher, meint sie, «als es noch keine Strassenlampen gab und die Leute mit den Hühnern ins Bett gingen».