Das Kantonslabor hatte in 20 Bädern eine eigentliche Messkampagne zum Schutz von Badegästen und Personal durchgeführt: An sehr heissen Tagen wurden in gut besuchten Bädern jedem Becken eine chemische und eine bakteriologische Probe entnommen; zusätzlich gemessen wurden der Chlorwert und der Säuregrad.

In vier der Bäder konnte dabei im Wasser kein Chlor mehr nachgewiesen werden, wie die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion am Mittwoch mitteilte. Folge sei eine «masssive Verkeimung» der Becken gewesen. Nachgewiesen worden seien auch Keime, die bei Menschen mit geschwächtem Immunabwehrsystem, Kindern und älteren Personen zu Entzündungen des Aussenohrs und der Augenbindehäute führen können.

In drei der Bäder wurde der Mangel umgehend behoben. Ein weiteres Bad wurde vorübergehend geschlossen, nach einer Nachkontrolle aber wieder geöffnet.

Vor dem Baden duschen

Chlor entweicht in der Regel aus dem Wasser aufgrund von hohen Temperaturen, Sonne, Wind und Wasserbewegungen. Eiweissstoffe aus Urin, Schweiss und Sonnencrème senken den Chlorgehalt zusätzlich; unter anderem darum soll man sich vor dem Sprung ins Wasser duschen, heisst es in der Mitteilung.

Die Dosierung des Chlors im Badewasser erfolge vorwiegend automatisch. Trotzdem würden die Werte zusätzlich noch mit einem Handgerät kontrolliert. Denn bei sehr starkem Badebetrieb, der über die zulässige Belastung hinausgehe, bestehe die Gefahr, dass Chlor nicht mehr ausreichend nachdosiert werden kann.

Die öffentlichen Schwimmbäder sind für die Qualität des Badewassers selbst verantwortlich. Der Kanton schaut ihnen aber über die Schultern und kontrolliert Hygiene, Wasseraufbereitung und Wasserqualität, da die Bäder dem kantonalen Gesundheitsgesetz unterstehen.