Da zeigt sich der Kanton Baselland grosszügig. Sehr grosszügig sogar. Aus dem Swisslos-Fonds stellt er der Stiftung Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen (LRW) 150'000 Franken zur Verfügung für den Kinderseilpark, der im Sommer in Betrieb gehen soll. «Von der Höhe dieses Beitrags sind wir so richtig begeistert», freut sich Johannes Sutter, der Delegierte des Stiftungsrats.

Am Anfang steht ein Kletterturm

Das Vorhaben wird im Bereich des 2010 erbauten Waldseilparks realisiert und soll diesen ergänzen. Die Kletterstrecken für Kinder kommen höhenmässig unterhalb des Waldseilparks zu stehen. Sein Herzstück ist ein Kletterturm als Startpunkt. Sobald die Finanzierung von 200'000 Franken gesichert ist, erfolgt die Montage des Kinderseilparks. Laut Sutter ist der Gesamtbetrag noch nicht ganz zusammen, weil andere Gesuche noch hängig sind.

Gleich bei der Bergstation der Luftseilbahn ist zudem ein Spielplatz geplant. Errichtet wird er oberhalb und neben dem dortigen Fels. Dieses Projekt läuft nicht über den Swisslos-Fonds, die 250'000 Franken werden auf andere Art gesammelt. Dennoch stemmt die Stiftung LRW beides gleichzeitig. Der Spielplatz soll frühestens nächsten Herbst, spätestens aber im Frühling 2020 eingeweiht werden. Vorerst muss die Bauherrin das Baubewilligungsverfahren absolvieren und noch weitere Verhandlungen führen. Stand jetzt kann der Bau im Spätsommer beginnen. Die Benutzung des Spielplatzes ist gratis.

Mit den zwei zusätzlichen Attraktionen, die insgesamt 450'000 Franken verschlingen, hoffen die Verantwortlichen, auch unter der Woche eine bessere Auslastung zu erreichen und generell die Frequenzen zu erhöhen. «Uns fehlt momentan ein Angebot für Familien mit kleinen Kindern», konstatiert Johannes Sutter. Der Waldseilpark ist ab acht Jahren zugänglich, Trottinett-Fahrten ins Tal sind erst für Zwölfjährige erlaubt. Wenn eine Familie komme, die auch Kleinkinder habe, dann sässen diese einfach da. «So was lieben kleine Kinder gar nicht», weiss Sutter, der selber mehrfacher Vater ist.

Ohne den Kantonsbeitrag wären solche Vorhaben kaum möglich. Mit dem Gewinn aus dem Betrieb der Luftseilbahn kann die Stiftung den Unterhalt bestreiten. Dessen Kosten können pro Jahr beträchtlich schwanken, je nachdem welche Arbeiten an der Bahn nötig sind. «Deshalb können wir für Projekte nicht genügend Geld beiseitelegen», erklärt der Delegierte des Stiftungsrats.

Guter Winter trotz Schneemangel

Finanziell bewegt sich die gemeinnützige Organisation im grünen Bereich. Im Vergleich mit anderen Bergbahnen ist die Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen laut Johannes Sutter «moderat unterwegs». Zwar lastet auf den Immobilien eine Hypothek, die jetzige Zinsbelastung ist mit der Startphase der total erneuerten Luftseilbahn im Jahr 2006 jedoch nicht zu vergleichen. Damals hätten sie jährlich über 100'000 Franken aufwenden müssen, um das Fremdkapital zu verzinsen, was eigentlich nicht tragbar gewesen sei, blickt Sutter zurück.

Von den Fahrgastzahlen her war das vergangene Jahr durchschnittlich. «2017 war super.» Der bisherige Rekord datiert von 2010, als rund 130'000 Personen transportiert worden sind, knapp besser als das Startjahr. Grund war die Eröffnung des Waldseilparks. Danach sanken die Zahlen, ehe sie ab 2015 wieder leicht anstiegen. Der Waldseilpark und die Trottinett-Vermietungen sind etabliert und stossen auf grosse Nachfrage.

Auch zur Wintersaison 2018/19 ist von der Stiftung Positives zu vernehmen – trotz mangelndem Schnee. Zwar konnte man bloss an weniger als zehn Tagen bis zur Talstation schlitteln, dennoch verlief der Winter erfreulich – wegen des häufig schönen Wetters. Dadurch pilgerten viele Wandergäste ins Erholungsgebiet auf die Wasserfallen. Sie legten Kilometer zurück und kehrten in den Bergbeizen ein. Die Zahl der vermieteten Schneeschuhe lässt sich ebenfalls sehen. «Der Dezember war schleppend, die Zeit von Januar bis März dafür überdurchschnittlich gut», bilanziert Johannes Sutter.