Noch im September 2014 weihte Aluminium Laufen den Erweiterungsbau mit einer neuen, vierten Presse für 30 Millionen Franken ein. Im vergangenen Jahr akzeptierte die Belegschaft wegen der guten Auftragslage eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 41 auf 42 Stunden. Doch gestern teilte die Geschäftsleitung mit: «Durch die schlagartige Aufwertung des Schweizer Frankens ist ein Teil des ausländischen Halbzeug-Volumengeschäftes nicht mehr kostendeckend zu produzieren. Die Produktionskapazitäten werden deshalb angepasst und führen zu einem Verlust von 40 bis 50 Arbeitsstellen.»

Der Standort bleibt

Rund jeder sechste der aktuell 282 Jobs fällt somit durch «Kündigungen, Pensionierungen und natürliche Fluktuation» weg, wobei Geschäftsführer Patrick Villiger präzisiert, dass es in den meisten Fällen zu Kündigungen kommt. Zur Verminderung von sozialen Härtefällen werde ein Sozialplan ausgearbeitet. Auch das bei Massenentlassungen obligatorische Konsultationsverfahren mit der Betriebskommission sei eingeleitet.

«Ich bin froh über jede Idee, wie wir die Zahl der Entlassungen senken können», betont Villiger. Aluminium Laufen habe ein Interesse daran, Fachkräfte zu halten für den Zeitpunkt, wenn es wieder aufwärtsgeht. So stellt Villiger in der Medienmitteilung klar: «Die Aluminium Laufen AG Liesberg hält trotz der Währungsunsicherheit am Schweizer Produktionsstandort fest und verlagert die Produktion nicht.»

Problem mit Massenware

Aluminium Laufen presst aus Alu-Blöcken Profile für den Automobil- und Maschinenbau, das Bau- und Bau-Nebengewerbe. Bereits bisher galt Massenware, die auch die Konkurrenz in Euroraum oder in Asien herstellt – als «Rappengeschäft». Dieses verträgt die Frankenaufwertung nicht. Alu Laufen legt deshalb eine alte Presse still.

Als Automobil-Zulieferer konnte Alu Laufen hingegen besondere metallurgische Fähigkeiten und spezielle Tests entwickeln, sodass Villiger davon ausgeht, dass man diese Märkte im Ausland sowie die Schweizer Stammkundschaft weiter beliefern kann.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die neue Presse, die im letzten Jahr in Betrieb ging und auf der komplexere Profile hoch automatisiert hergestellt werden. «Deshalb ist es entscheidend, dass wir unsere Ausbaufähigkeit erhalten, denn wir wollen in die Prozess- und Dienstleistungsinnovation investieren.» Entsprechend werde Aluminium Laufen weiter verstärkt auf Automatisierung setzen.