«Wir wollten endlich einen Schlussstrich ziehen», rechtfertigt Schulleiterin Sabine Franke-Giancola den Entscheid der dreiköpfigen Schulleitung, per 31. Juli zurückzutreten. Seit 2005 sind Franke-Giancola und ihre beiden Stellvertreter Andreas Saner und Judith Schäuble als Dreiergremium für die operative Leitung der Kreisschule zuständig.

Als Grund für den kollektiven Rücktritt werden «Meinungsverschiedenheiten» zwischen der Schulleitung und dem Schulvorstand, insbesondere dessen Präsidenten Dominique Vuattoux, angegeben. «Die Kommunikation zwischen Schulleitung und Vorstand funktioniert nicht mehr», erklärt France-Giancola.

Was das genau bedeuten soll, darauf geht sie nicht näher ein. Überhaupt bleibt vieles im Unklaren. In einer Medienkonferenz kommunizierte die Schulleitung zwar ihre Beweggründe, hielt sich dennoch mit konkreten Aussagen zurück.

Neues Konzept

Der Kündigung vorangegangen war der Beschluss des Schulvorstands, dass künftig nur noch eine Person für die Leitung der Schule verantwortlich sein soll. Mit diesem Entschluss ist die gegenwärtige Schulleitung nicht einverstanden. «Ich sehe einfach nicht ein, was das soll. Das Dreiergremium hat sich bewährt. Zudem glaube ich nicht, dass ein Einzelner diese Aufgabe bewältigen kann», so Co-Schulleiter Saner. Der Vorstand hatte die Schulleitung angefragt, ob jemand aus ihren Reihen diese neu geschaffene Stelle übernehmen wolle. Sie hätten sich aber allesamt dagegen entschieden und schliesslich ihre Kündigung eingereicht

Keine Kooperationsbereitschaft

Die Schulleitung behauptet zudem, der Vorstand habe sie mit seinem Beschluss vor vollendete Tatsachen gestellt. «Unsere Meinung interessiert ihn nicht», sagt Saner.

Diesem Vorwurf widerspricht Vorstandspräsident Vuattoux: «Wir haben der Schulleitung die von uns geplante Umstrukturierung vorgestellt und sie dazu eingeladen, an einer Sitzung am 30. April ihre Meinung zu äussern und allfällige Gegenvorschläge vorzubringen.» Vom neuen Konzept erhofft sich Vuattoux mehr Effizienz: «Die Person, die künftig für die Leitung der Schule verantwortlich ist, wird sich voll und ganz auf ihre Aufgabe als operative Entscheidungsträgerin konzentrieren können.» Das bisherige Modell sei unbefriedigend, da die Mitglieder der Schulleitung auch noch als Lehrkräfte tätig sind und es somit zu Interessenskonflikten käme.

Vuattoux bestätigt derweil, dass es in letzter Zeit wiederholt zu Führungskonflikten zwischen der Schulleitung und dem Vorstand gekommen ist. Er dreht den Spiess aber um und wirft der Schulleitung mangelnde Kooperationsbereitschaft vor: «Die Schulleitung enthält uns Informationen vor, die wir als Vorstand für die strategische Führung der Schule benötigen.» Zudem sei der Vorstand nicht über die gestrige Medienkonferenz informiert worden, was Vuattoux ebenfalls als fehlende Bereitschaft zur Kommunikation interpretiert.

Warum die Schulleitung nun effektiv das Handtuch wirft - ob aus sachlichen oder persönlichen Differenzen mit dem Vorstand - bleibt unklar. Franke-Giancola will nichts näher dazu sagen. «Die Schulleitung will die Sache einfach hinter sich bringen und niemanden beschuldigen. Wir wollen keine Schlammschlacht.»