«Ganz ehrlich: Das Baselbiet wäre ohne die Konzertfabrik Z7 überhaupt nicht auf der Rock-Landkarte der Schweiz oder der Metal-Landkarte Europas», sagt Chrigel Fisch vom Rockförderverein Basel und Umgebung (RFV). Dessen ist man sich auch beim Kanton bewusst. «Es wäre ein grosser Verlust für den Kanton, wenn das Z7 von Pratteln nach Rheinfelden umziehen würde», betont etwa die Baselbieter Kulturbeauftragte Esther Roth. Dass dies eine Möglichkeit ist, legte Z7-Betreiber Norbert Mandel in der bz offen. Er betonte, dass noch nichts fix sei, aber Gespräche stattfinden würden.

Hat sich das Baselbiet einfach zu wenig um das Z7 bemüht? «Das kann man so sicher nicht sagen», hält Roth fest. Man befinde sich im Gespräch mit Mandel. «Aber es findet sich eben nicht so schnell eine Halle, die alle wichtigen Parameter wie etwa eine gute Erschliessung erfüllt.» Grundsätzlich sei momentan aber vor allem die Standortgemeinde Pratteln gefragt, der Kanton könne nur unterstützend wirken.

«Ein Verlust für Pratteln»

Auch in Pratteln möchte man die Konzertfabrik gerne halten. «Wenn das Z7 wegziehen würde, wäre das ein Verlust für Pratteln, den ich auch persönlich bedauern würde», betont Gemeindepräsident Stephan Burgunder. Aber so ganz kann er nicht verstehen, wieso überhaupt ein neuer Veranstaltungsort gesucht werden soll: «Ich bin überzeugt, dass sich auch am aktuellen Platz eine gute Lösung finden lässt.»

Mandel begründet seine Bemühungen damit, dass gleich hinter dem Konzertlokal ein Obi-Baumarkt entstehen soll. Dies verursache für ihn zwei Probleme, sagt Mandel: einerseits würde der Baumarkt die sowieso schon prekäre Parkplatzsituation des Z7 verschlimmern, andererseits würde der zunehmende Verkehr in der Kraftwerkstrasse, auf der vor den Konzerten jeweils zahlreiche Besucher warten, die Gäste gefährden.

Das will Burgunder nicht einleuchten. «Jetzt hat das Z7 dort, wo der Obi stehen wird, auch keine Parkplätze», wendet dieser ein. «Wie soll der Obi die Situation da verschlimmern? Vielleicht könnten das Z7 und der Obi in Sachen Parkplätze sogar einen Deal schliessen.» Für ihn ergeben sich aus dem Obi-Bau sogar Vorteile. «Der Baumarkt soll mit dem Tram erschlossen werden und eine eigene Haltestelle erhalten, von der aus man direkt ins Z7 gehen kann.» Auch die Bedenken bezüglich der Kraftwerkstrasse kann der Gemeindepräsident nur schwer nachvollziehen. «Noch steht nicht genau fest, über welche Strassen der Obi erschlossen wird. Das wird man in der konkreten Planung sicher genau prüfen.»

Mandel kann solche Argumente nicht mehr hören. «Das kauen wir in Pratteln jetzt schon seit sieben Jahren durch», sagt er. «Es bleibt dabei: Der Obi ist zu nahe. Wird er gebaut, könnten wir höchstens noch kleinere Konzerte durchführen.»

In der Zwischenzeit beruhigt der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin die um ihre Rockerhochburg fürchtenden Baselbieter etwas. Denn auch im Fricktal ist die Situation nicht optimal. «Als Norbert Mandel im vergangenen Jahr mit Plänen für einen Eventpark auf uns zukam, fanden wir das eine interessante Idee», erzählt Erdin. «Aber wir haben feststellen müssen, dass wir mittelfristig keine Flächen zur Verfügung stellen können, die alle nötigen Bedingungen wie etwa eine gute Erschliessung erfüllen.» Es gebe aber die Möglichkeit, in bestehenden Räumlichkeiten verschiedene Veranstaltungen durchzuführen.

Plan C bleibt geheim

Etwas anders klingt das bei Mandel, der von einem «hochinteressanten Gelände» und «hochinteressanten Gesprächen» mit Rheinfelden spricht. Mehr möchte er nicht verraten. Offensichtlich ist jedenfalls: Das Verhältnis zwischen Rheinfelden und dem Z7 ist gut. So lanciert das Z7 dieses Jahr ein neues Festival in Rheinfelden, und auch beim Mittelalterfest konnte das mit dem Wakker-Preis ausgezeichnete Städtchen auf die Unterstützung von Mandel bauen, der die Konzertbühne bespielte. «Die Zusammenarbeit ist sehr gut», betont auch Erdin.

Trotzdem bleibt Norbert Mandel vorerst dabei: Rheinfelden sei nur der Plan B – Plan A bleibe der Verbleib in Pratteln. «Auch wenn das wahrscheinlich nur ein Wunschtraum ist.» Einen Plan C gebe es ebenfalls. Aber der bleibe vorerst streng geheim.