Vor drei Jahrzehnten hat Landwirt Kurt Buser bescheiden begonnen, Weihnachtsbäume zu verkaufen – jährlich ein oder zwei Stück. Heute bringt er mit seinem Sohn Simon jeden Dezember rund 500 Tannen an Frau und Mann und gehört damit zu den wichtigen privaten Produzenten der Region.

Die Busers sind in mehreren Betriebszweigen tätig und bewirtschaften insgesamt 20 Hektaren. Eine davon ist mit einer Plantage von 6000 bis 7000 Nadelbäumen belegt, zu je einem Drittel Rot-, Blau- und Nordmanntannen. «Nordmanntannen haben steigende Tendenz, sie werden immer beliebter», weiss der 34-jährige Meisterlandwirt Simon Buser, der voraussichtlich 2019 den Hof Im Grien ob Thürnen in fünfter Generation übernehmen wird: «Sie halten länger als Rottannen, die Nadeln ‹stüpfen› weniger als diejenigen der Blautannen.» Denn dies hätten die Leute nicht so gern.

Vollservice

Private aus der Region bis nach Basel sind Weihnachtsbaum-Kunden der Familie Buser. «Viele von ihnen suchen uns jedes Jahr auf. Und die, die neu zu uns kommen, werden von Stammkunden angeworben. Die Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert. Das ist die beste Werbung», freut sich Simon Buser, der vor allem den Kontakt zu den Leuten schätzt.

Familie Buser bietet einen Vollservice an. Wer einen Tannenbaum kauft, erhält im Hoflädeli gratis Kaffee oder Glühwein und selbst gemachte Weihnachtsgutzi. Nicht nur kann man bei Busers seinen Weihnachtsbaum auf dem Feld oder ein bereits geerntetes Tännchen im Hofareal auswählen, der Landwirt bringt den Einkauf auf Wunsch auch nach Hause. Dies ist primär dann der Fall, wenn Kunden ihren ausgesuchten Baum nicht in ihr Auto kriegen oder ältere Personen telefonisch bestellt haben. Meistens lädt dann der 34-Jährige ein paar Tannenbäume auf sein Gefährt und verteilt sie an seine Auftraggeber in der näheren Umgebung. «Das ist interessant, obwohl es manchmal stressig ist.»

Mehrspartenbetrieb

Die Haltbarkeit von gehauenen Blau- und Nordmanntannen ist etwa gleich lang. Fünf Jahre muss eine Rottanne wachsen, bis sie zwei Meter misst. Bis zur gleichen Grösse benötigt eine Blautanne etwa acht, eine Nordmanntanne zehn bis zwölf Jahre. Deshalb sind Nordmanntannen auch die teuersten. Für Rot- und Blautannen ist der hiesige Boden ideal. «Sie wachsen einfacher und am schönsten in alkalischem, kalkreichem Boden, dafür ist der Aufwand grösser», erklärt Simon Buser. Für die Nordmanntannen sei es hier schwieriger, weil sie sauren Boden bevorzugten.

Im Hoflädeli Im Grien – hier halten die Busers ihr ganzes Sortiment aus Obst- und Weinbau sowie aus der Imkerei feil – läuft immer etwas. Stets im Dezember laufen die Verkäufe besonders gut, weil die zahlreichen Weihnachtsbaum-Kunden ihre Nase hineinstrecken. «Am meisten gefragt sind Wein und Honig», berichtet Buser.

In der Regel erwirtschaftet der Thürner Landwirtschaftsbetrieb aus seinem Tannenbaumverkauf einen Zehntel seines jährlichen Einkommens. Dieser Anteil dürfte heuer etwas grösser ausfallen, da die Bauernfamilie wegen der Frostnächte im April Ernteausfälle an Obst- und Rebkulturen zu beklagen hatte. Als Weinbauer schaffte es Simon Buser dieses und letztes Jahr in die engere Wahl um die Ausmarchung des Baselbieter Staatsweines. Kerner und Blauburgunder sind seine Spezialitäten, dazu produziert er weitere drei Weine.

Der Meisterlandwirt glaubt nicht, dass er sich durch seinen Mehrspartenbetrieb, zu dem auch Mutterkuhhaltung und Hühneraufzucht zählen, verzettelt. «Mit diesem System bin ich bisher sehr gut gefahren. Es ist so ausgelegt, dass es immer schön passt. Mit mehr Standbeinen kann ich Ausfälle besser kompensieren», betont Simon Buser, räumt aber ein, dass ein solcher Betrieb «sehr arbeitsintensiv» ist.

Dennoch findet er Zeit für ein Hobby – die Feuerwehr. Der 34-Jährige ist Kommandant-Stellvertreter der Feuerwehr Delta, dem Zweckverbund der Oberbaselbieter Gemeinden Böckten, Diepflingen und Thürnen. Hoffentlich wird er an Weihnachten nicht zu Hilfe gerufen, weil einer «seiner» Weihnachtsbäume Feuer gefangen hat.