Besser gehts nimmer. Die Baselbieter Winzer sind sich einig, dass es ein wettertechnisch praktisch perfektes Weinjahr war. «Von der schönen Blütezeit über die warmen Temperaturen, die angenehme Trockenheit und den warmen September hat einfach alles gestimmt», freut sich Paul Leisi, der Präsident des Weinproduzentenverbandes Baselland.

Entsprechend hoch sind die Erwartungen in das Produkt: «Der Jahrgang 2011 wird noch besser als der Rekordjahrgang 2003», vermutet Leisi. Die Temperaturen seien ausgeglichener und damit besser für die Reben gewesen. Martin Brumec, der Kellermeister der Kellerei Siebe Dupf in Liestal, bestätigt diese Einschätzung. «Das gibt einen absoluten Spitzenjahrgang», frohlockt er. Ins Loblied stimmt auch Urs Althaus ein, der Kellermeister des Weinbauvereins Dielenberg bei Oberdorf: «Das Traubengut war wunderschön, wir hatten keine faulen darunter.»

Dass alles so gut zusammenpasst, ist sehr selten. Nach dem guten Beginn befürchtete man in diesem Jahr beispielsweise, dass es zu viele und zu grosse Trauben geben könnte, berichtet Brumec. Weil es dann aber just im September wieder sehr trocken war, sind die Trauben rechtzeitig geschrumpft und bieten so beste Qualität. Es habe in diesem Jahr auch keinerlei Probleme mit Pilzkrankheiten gegeben, sagt Leisi – im Unterschied zum letzten Jahr, «als der Mehltau ein Thema war». Althaus erwähnt als Störfaktor die aussergewöhnlich vielen Wespen in diesem Jahr. Die seien lästig gewesen, hätten jedoch kaum Schaden angerichtet.

Drei Wochen früher als üblich

Rekordverdächtig früh ist auch der Zeitpunkt der Weinlese: rund drei Wochen früher als üblich. Die weissen Trauben sind bereits gelesen, bei den roten ist die Lese noch im Gang. Bei der Kellerei Siebe Dupf, die von 100 Winzern beliefert wird, sind gestern die letzten Trauben abgeladen worden. Rund 300 Tonnen hat die Kellerei in diesem Jahr angenommen, was laut Brumec am oberen Limit sei. Daraus entstünden gegen 300000 Flaschen Wein.

Voller Freude referieren die Winzer zudem über die hohen Oechsle-Werte. Brumec berichtet von angelieferten Trauben der Sorte Pinot noir, die einen sensationellen Zuckergehalt von 109 Öchsle aufwiesen. Auch das ein Gütezeichen, denn: «Hohe Öchsle-Grade geben kräftige Weine», erklärt Althaus. Leisi gibt indes zu bedenken, dass man «nicht einfach nur Öchsle bolzen darf». Für einen guten Wein sei es wichtig, ebenso die Säure im Auge zu behalten – «damit der Wein harmonisch und nicht einfach flach wird». Er ist jedoch überzeugt: «Im Baselbiet arbeiten im Weinbau viele Fachleute, die haben das im Griff.»

Im Kreis der besten Weine der Welt

Dies ist besonders wichtig, weil man im Baselbiet auf Qualität setzt, da man mit der billigen Massenware eh nicht mithalten kann. «Darum wetteifern wir mit den besten Weinen der Welt», erläutert Brumec. In diesem Jahr ist man dank des guten Wetters noch zuversichtlicher als sonst, dies zu schaffen.