Es kommt selten vor, dass jemand düpiert ist, weil sie oder er jünger gemacht worden ist. Doch bei Fasnachtsformationen ist das anders. Sie sind stolz auf ein hohes Alter. Es steht für Tradition, und Tradition garantiert Ruhm und Ehre.

So stellen wir es gerne richtig: Die älteste Guggenmusik im Kanton Baselland ist die Güllepumpi Frenkendorf, gegründet 1946, und nicht die Nachtfalter Schränzer aus Pratteln wie in der bz vom vergangenen Freitag geschrieben. Die Nachtfalter sind mit Gründungsjahr 1959 13 Jahre jünger als ihre Kollegen aus dem Nachbardorf. Die Güllepumpi haben 73 Jahre auf dem Buckel, doch sie zeigen sich immer noch äusserst vital, was sie jüngst wieder an den Umzügen in Sissach und Frenkendorf unter Beweis stellten.

In der Szene nimmt man den Fehler mit Humor. Wir werden berichtigt, wie es die Fasnächtler am liebsten tun: In Versform. Der Frenkendörfer Heinz Martin schreibt:

Jedes Chind wäis, wo die ältschti Baselbieter Gugge lit.
Mit 73zig Joor (1946), isch si immer no Fit.
Si chunnt uss Fränkedorf, Güllepumpi isch iire Name.
Hätsch rescherschiert, s wär kai Schikaane.

Die Gugge selber ist nicht nachtragend. «Die Jahreszahl ist uns nicht unglaublich wichtig», sagt Präsident Nicolas Weisskopf zur bz. «Aber wir verstecken sie auch nicht. Ein bisschen Stolz schwingt halt immer mit, dass es uns schon so lange gibt.»

Die älteste ist 93-jährig

Es meldete sich eine zweite Guggenmusik bei der bz, die Einspruch erhob. Sie sei ebenfalls älter als die Nachtfalter Schränzer, schrieb die Schwanezunft aus Liesberg. Die Laufentaler feiern in diesem Jahr ihr 65-Jahr-Jubiläum, mit Gründungsjahr 1954. Ein Jahr älter ist wiederum die Guggenmusik Heuwänder, die Muttenzer gibt es seit 1953.

Trotzdem, die 60 Lenze der Nachtfalter Schränzer sind beachtlich: Ende der 1950 gab es selbst in den Guggen-Hochburgen Basel und Luzern kaum mehr als zwei Dutzend Formationen.

Als älteste Guggenmusik im heutigen Sinne gelten die Jeisi-Migger aus Basel. Laut ihrer Historie wurde die Formation 1926 ins Leben gerufen. Gründungsvater Emil «Miggi» Jeisi war Pfeiferchef der Alte Stainlemer. Guggen und klassische Cliquen mit Pfeifern und Tambouren teilen sich also nicht nur ihre Vorliebe für die Fasnacht, sie sind auch eng verwandt.

Enger, als wohl manch Aktivem lieb ist.