Der 5-jährige Simon Furler fackelte auf dem Unihockey-Übungsfeld nicht lange. Der Knirps aus Gelterkinden traf nämlich mit seinem Hockeyschläger nicht nur wuchtig den Ball, sondern auch den Kopf des danebenstehenden Instruktors Thomas Ditzler. Resultat: Ein prächtiges Freistoss-Tor, eine zerkratzte Brille und ein leicht blaues Auge beim Präsidenten des TV Zunzgen.

Was sich wie eine üble Spielszene aus einem Matchbericht liest, war nichts anderes als der Ausdruck von Freude und fast überkochender Begeisterung, stellvertretend für alle Sportarten, an denen sich die Kinder und Jugendlichen am Samstag versuchen konnten.

«Lust, es mal zu versuchen»

Und die Vielfalt an Sportarten und das Angebot an Postentrainings war beinahe grenzenlos. Yanick Fischer aus Muttenz etwa fand grossen Gefallen am Schwingen und Steinstossen, das ihm der Maispracher Rolf Imhof auf dem Trainingsplatz des Kantonalen Nationalturnerverbands mit viel Geduld beizubringen versuchte. «Ich spiele bereits an vier Abenden Fussball und Tennis, da würden mir meine Eltern weitere Trainings wohl kaum erlauben», bedauerte der sportbegeisterte Yanick.

«Lust, es mal zu versuchen», das verspürte der 19-jährige Tenniker Yannick Widmer, nachdem er von Andi Ballmer und seiner Crew am Trainingsposten des Bobclubs Baselland in die Geheimnisse dieses Nervenkitzels eingeweiht wurde. Da gabs dann nicht nur einen Original-Rennbob zu bestaunen, es wurde auch fleissig mit einem Anschubschlitten das Startprozedere trainiert.

Den Talentspähern des SV Sissach wird der 6-jährige Maris aus Augst nicht entgangen sein. Der kleine Lionel Messi im Dress seines grossen Vorbildes tänzelte nämlich am Ball bereits sehr vielversprechend.

«Die Freiwilligenarbeit ist ein unverzichtbares Fundament in der Sportförderung, und dafür gebührt insbesondere allen heute ehrenamtlich und freiwillig im Einsatz stehenden Vereinsmitgliedern meine Anerkennung und mein Dank», sagte Sportminister Jürg Wüthrich zur Eröffnung des ersten Schnuppersporttages.

Werbung in eigener Sache

Der Einsatz der 21 Sportvereine war indes nicht ganz selbstlos, konnte man doch mit dem Support des Sportamtes Werbung in eigener Sache machen. So wurde am Übungsplatz der Langlaufgruppe Lausen auf einer Info-Wand einladend über den Biathlon-Sport informiert, während die LG Oberbaselbiet mit einer Präsentation von Rennschuhen, Startmaschinen, Diskusscheiben, Sprungstäben usw. den Neueinsteigern die Leichtathletik schmackhaft machte.

Viel Zulauf sodann bei den Probetrainings des Judoclubs Nippon Sissach. «Leider hängen viele Jugendliche ab 15 Jahren den Leistungssport wieder an den Nagel», warnte Trainerin Ursula Hammel vor allzu grosser Euphorie. Positive Bilanz auch bei den Baselbieter Bogenschützen: «Dank diesen Schnupperlektionen haben uns doch endlich viele Jugendliche kennen gelernt», äusserte sich Trainer Beat Lehmann zufrieden.