Der Inhaber des Liestaler Geschäfts «Sport bym Törli», Reto Gyger, hat vergangene Woche sein Geschäft nach 24 Jahren geschlossen und die Bilanz deponiert, wie heute diverse Medien berichteten. Auf der Homepage begründen Gyger und sein Team die Schliessung des Sportgeschäfts mit veränderten Einkaufsgewohnheiten. Vor allem Online-Handel und Einkaufstourismus machten offenbar zu schaffen.

Nur einige Meter entfernt eröffnen am Donnerstag am Wasserturmplatz das mexikanische Restaurant La Bamba im Erdgeschoss und die Sushi-Bar Kyoto im ersten Stock ihre Türen. Zufall oder mehr? Wir fühlten bei KMU-Sprecher Michael Bischof den Puls des Liestaler Gewerbes.

Ist dieses Aufeinandertreffen vom Ende des traditionellen Sportgeschäfts und dem Start eines vielversprechenden Doppelrestaurants symbolisch für Liestal?

Michael Bischof: Symbolisch ist zu viel gesagt. Aber es ist eine Realität, dass Projekte zu Ende gehen und neue Projekte kommen. Von dem lebt eine wache Stadt. Ich bin für jedes neue Projekt froh. Und gerade diese japanische Sushi-Bar und das trendige mexikanische Restaurant sind ein Gewinn. Ja, der lange schlecht geredeten Gastroszene geht es derzeit gut hier.

Und der Detailhandel serbelt?

Nein, auf keinen Fall. Der Online-Handel ist aber ganz klar eine Herausforderung für den stationären Detailhandel. Aber dieser wird immer seine Berechtigung haben, muss jedoch seine Stärken ausspielen von der Beratung bis zum Service.

Hat denn «Sport bym Törli» etwas falsch gemacht?

Darüber masse ich mir kein Urteil an. Tatsache ist aber, dass der Sportartikelverkauf extrem unter Druck steht. Dafür spricht auch, dass Manor im Bücheli im Gegensatz zum alten Standort keine Sportabteilung mehr führt. Man muss immer wieder Neues versuchen und das hat der Betreiber von «Sport bym Törli» zum Beispiel mit dem nebenstehenden «Switcher»-Laden gemacht. Dann ist aber diese Marke verschwunden.

Was bedeutet das Ganze für Liestal?

Ich höre immer wieder, dass in Liestal Elemente fehlen. So etwa ein Haushaltladen oder ein Bastelladen. Und jetzt auch ein Sportgeschäft. Wobei wir zum Glück mit «Visam Sport» noch ein sehr innovatives haben. Die Frage ist, warum fehlt etwa ein Haushaltladen? Das hat damit zu tun, dass man bei Ikea sechs Gläser für 4.50 Franken erhält. Im Detailhandel kann man nur existieren, wenn man eine besondere Produkteidee oder ein besonderes Sortiment hat und einen besonderen Service bietet. Aber auch die Mieten müssen stimmen. Das Preisniveau ist nicht nur in Liestal hoch, und diverse Hausbesitzer sollten mal über die Bücher. Parkplätze in Stedtlinähe haben wir mit dem Bücheli-Parkhaus aber ausreichend, das soll hier auch einmal gesagt sein.

Wenn Sie wählen dürften: Was soll nun in die leere Lokalität beim Törli kommen?

Am wichtigsten ist, dass dieses Eingangstor schnell wieder «bewohnt» wird. Wenn ein Haushaltladen kommt, dann juble ich.