«Warte, luege, lose, laufe», rufen die gut 40 Kindergärtler, Erst- und Zweitklässler im Chor. Sie sind mit ihren Lehrkräften in der Titterter Turnhalle versammelt. Andreas Herrmann, einer der sieben Verkehrsinstruktoren der Baselbieter Polizei, ist an der Kreisschule Arboldswil/Titterten zu Gast. Er erklärt den Mädchen und Knaben, wie sie sich auf dem Schulweg zu verhalten haben; worauf sie achten müssen, was sie nicht tun sollen.

Rund 30 Kinder aus Arboldswil besuchen den Schulunterricht bis zur 2. Klasse im Nachbardorf. Den Weg legen sie jeweils mit dem öffentlichen Bus zurück. Nach der kurzen Einführung bewegen sich die Schülerinnen und Schüler Richtung Titterter Dorfmitte. Dort wartet ein Extrabus der Autobus AG.

«An der Bushaltestelle nicht herumtoben. Bitte nicht alle auf einmal einsteigen, sondern schön nacheinander», insistiert Herrmann. Auf der Fahrt nach Arboldswil fällt auf, dass sich die Kinder die Ratschläge des Polizisten bereits verinnerlicht haben. Sie sitzen und halten sich fest, niemand legt die Füsse samt Schuhen auf den Sitz.

«Einfach lässig»

In Arboldswil steigt die Gruppe aus. Andreas Herrmann zeigt, wo man sich bei einer Haltestelle aufhält, und betont: «Keinesfalls vor oder hinter einem Bus die Strasse überqueren.» Nachdem der Chauffeur den Bus gewendet hat, fährt er mit den kleinen Passagieren wieder nach Titterten. Zurück in der Turnhalle, beantwortet Herrmann Fragen und beschenkt alle Schülerinnen und Schüler mit einem «Bhaltis», das sie daran erinnert, wie sie ihren Schulweg korrekt zurücklegen sollen.

Lara und Yannik, beide siebenjährig und aus Arboldswil, sind beeindruckt von dieser Instruktion. «Im Bus sollte man leise sein und nicht schreien», erinnert sich Lara an einen Hinweis des Polizisten. Yannik hat aufgeschnappt, man solle älteren Leuten Platz machen, wenn alles besetzt sei. Beide finden es «einfach lässig», dass sie mit dem Bus zur Schule fahren können.

Dies bestätigt Schulleiter Matthias Käser. Arboldswiler und Titterter Kinder werden seit 15 Jahren in den benachbarten Ortschaften unterrichtet. Seit diesem Schuljahr ist der Kindergarten in Titterten. «Kinder aus Titterten haben mir gesagt, sie würden das Busfahren sehr vermissen», erzählt Käser schmunzelnd.

Gegenseitige Beziehung

Als sich Andreas Herrmann verabschiedet, bekommt er Applaus. «Das ist das schönste Gefühl, es ist der Lohn für meine Arbeit», meint der Verkehrsinstruktor mit 22-jähriger Erfahrung. Dies zeige, dass eine gewisse gegenseitige Beziehung existiere, was für das Verhalten der Kinder im Strassenverkehr relevant sei.

Laut Herrmann ist es im Baselbiet erst das zweite Mal, dass eine Verkehrsschulung mit Extrabus durchgeführt worden ist. Von diesem Angebot hat zuvor erst die Kreisschule Homburg Gebrauch gemacht. Der Bus fuhr von Rümlingen nach Buckten und retour.

Eine solche Aktion dient primär der Sicherheit auf dem Schulweg und wie man sich auf diesem sicher verhält. Damit sollen aber auch die Elterntaxis eingedämmt werden. «Wir wollen den Eltern die Angst nehmen, denn sie trauen ihren Kindern oft zu wenig zu», konstatiert Polizist Andreas Herrmann.