Niederdorf, die 1750-Seelen-Gemeinde im Waldenburgertal, ist nicht zu beneiden – am wenigsten Gemeinderat und Gemeindeverwaltung. Im Zentrum stehen zwischenmenschliche Probleme zwischen Gemeinderat Alfredo Kurmann, der als Vizepräsident die Exekutive bis 10. April vorübergehend geleitet hat, und Gemeindeverwalterin Claudia Lipski.

«Ich habe Dinge in Gang bringen wollen, die nicht funktioniert haben», sagt Kurmann. Aber er habe nichts bewegen können. Er wolle jedoch niemanden verletzten und keine Polemik entfachen.

Die Gemeindeverwalterin ist seit Mitte April krankgeschrieben, wird die Rechnung 2014 aber abschliessen. Lipski bestätigt dies. Zum Zerwürfnis mit Kurmann will sie sich nicht äussern. Offen ist, wann die Verwalterin an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt.

Alfredo Kurmann, seit 2008 und schon bis 2001 während acht Jahren Niederdörfer Gemeinderat, hat das Interims-Präsidium vor einem Monat an Gemeinderat Martin Zürcher weitergegeben. Nachdem Gemeindepräsident Andreas Buser aus gesundheitlichen Gründen überraschend auf Ende letzten Jahres zurückgetreten war, übernahm Kurmann die Führung des Gemeinderats.

«Ich habe im Gemeinderat gefordert, eine erfahrene, professionelle Hilfe beizuziehen», erklärte Alfredo Kurmann an einer Medienkonferenz. Doch einzelne Gemeinderatsmitglieder hätten einen Führungscoach abgelehnt. Kurmann hat deshalb seine Funktion abgegeben, bleibt aber Gemeinderat.

Martin Zürcher, seit zwei Jahren in der Exekutive, ist zuversichtlich, dass er die Turbulenzen in den Griff bekommen wird und Niederdorf wieder in ruhigere Gewässer führen kann. «Wir öffnen den Fächer, analysieren flächendeckend auf der ganzen Verwaltung und werden dann unsere Schlüsse ziehen», verspricht er. Da tritt schon fast in den Hintergrund, dass im Gemeinderat noch immer ein Sitz vakant und auch die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission unterdotiert ist.