Die Prattler Feuerwehr hat ein Problem, das andere Feuerwehren in der Agglomeration auch kennen. Viele Mitglieder arbeiten nicht in der Gemeinde. Bei einem Notfall können sie deshalb oft nicht innert nützlicher Frist am Einsatzort erscheinen. Zudem sind viele Arbeitgeber nicht mehr bereit, ihren Angestellten für ein Milizamt wie die Feuerwehr Freiraum zu lassen, sodass diese nicht mehr für jeden Einsatz ihren Arbeitsplatz verlassen können.

Im Prattler Einwohnerrat meinte Urs Schneider (SVP), derzeit könne die Feuerwehr die gesteckten Schutzziele – innert zehn Minuten mindestens zehn Feuerwehrleute am Schadensplatz – in den allermeisten Fällen noch erreichen. Doch damit das so bleibt, schlug Schneider in einem Postulat vor, dass «Angestellte der Gemeinde verpflichtet werden, Feuerwehrdienst zu leisten». Das solle zumindest für Neuanstellungen gelten. Die Idee dahinter: Gemeindemitarbeiter halten sich während ihrer Arbeitszeit in Pratteln auf.

Damit stiess Schneider bei den meisten Einwohnerratskollegen auf ein positives Echo, «auch wenn die Umsetzung des Postulats nicht einfach wäre», wie Andreas Seiler (FDP) einschränkte.

Manager sind oft Ausländer

Patrick Weisskopf (Unabhängige/Grüne) forderte «eine generelle Auslegeordnung», um mit den Schwierigkeiten der Feuerwehr umzugehen. «Wir müssen kreative Lösungen finden, um die Firmen vermehrt in die Pflicht zu nehmen.» Denn oft bestehe das Management aus Ausländern, «und diese sind nicht sensibilisiert für unser Milizsystem». Mit einigen linken Gegenstimmen erteilte der Einwohnerrat dem Gemeinderat den Auftrag, Schneiders Vorschlag zu prüfen.

Der Gemeinderat hatte sich von Anfang an dazu bereit erklärt. Urs Schneider meinte zwar, dass ein Feuerwehrverbund für Pratteln kein Thema sein dürfe, «da die zunehmende Anzahl Einsätze und der Verbund mit einer anderen grossen Gemeinde den Druck auf die Feuerwehrangehörigen und auf die Arbeitgeber erhöhen würde». Doch der Gemeinderat wird sich wohl zumindest die Frage stellen, ob ein Alleingang weiterhin sinnvoll ist.