Neben Birsfelden ist Münchenstein eine der beiden letzten grossen SP-Hochburgen im Baselbiet. Das zeigten zuletzt die Nationalratswahlen im Oktober: Während die Sozialdemokraten ihre Spitzenposition bei Parteistimmen in zahlreichen anderen Agglomerationsgemeinden verloren, blieben sie in Münchenstein nach kleinerem Verlust mit Abstand wählerstärkste Kraft.

Bei Wahlen in Legislativen ist die SP in Münchenstein stark. Das hat aber keinen Niederschlag gefunden in der Zusammensetzung der Exekutive der 12 000-Einwohner-Gemeinde. Zwei der sieben Sitze des Gemeinderats besetzt die Partei – Anspruch auf einen dritten erhebt sie nicht bei den Gemeindewahlen am 28. Februar. Stattdessen ist Mandatehalten angesagt. Nachdem sich Felix Bossel entschieden hat, nicht mehr anzutreten, will nun Jeanne Locher neben dem bisherigen Lukas Lauper ins Gremium einziehen.

Bisherige sitzen fest im Sattel

Locher ist die Mutter von Miriam Locher, seit Anfang Jahr Präsidentin der SP-Fraktion im Landrat. Es freue sie sehr, dass sie in letzter Zeit häufig auf die Karriere ihrer Tochter angesprochen werde, schreibt Jeanne Locher auf ihrer Wahl-Website. Ihr Name fällt in ihrer Wohngemeinde aber ebenfalls oft. So präsidiert sie die Gemeindekommission und den Musikschulrat. «Meine Stärken sind Offenheit, angeborener Optimismus, Sinn für Gerechtigkeit und diplomatisches Geschick», wirbt die Leiterin der Gemeindebibliothek mit Jahrgang 1955 für sich.

Eine Lücke zu füllen hat auch die FDP. Christine Frey verzichtet auf ein Wiederantreten. Nun will David Meier in der Exekutive Platz nehmen neben der bisherigen Heidi Frei-Ehrismann. Bei den Freisinnigen ist wie bei der SP davon auszugehen, dass sie ihre zwei Mandate verteidigen kann. Meier, Jahrgang 1965, ist Präsident der FDP Münchenstein sowie Vizepräsident der Rechnungsprüfungskommission. Er geniesst Sympathien über die Parteigrenzen hinweg. Als ungefährdet gelten auch die Sitze der beiden anderen Bisherigen. Die SVP wird mit René Nusch ihr Mandat wohl verteidigen können, ebenso die CVP, die mit Giorgio Lüthi auch den Gemeindepräsidenten stellt.

Ein Sitz wird trotzdem frei: Derjenige von Jürg Bühler vom Komitee Pro Münchenstein, das sich zurückzieht. Hier gibt es nun drei Bewerber auf das siebte Mandat: Daniel Altermatt von den Grünliberalen, Sergio Viva von den Grünen sowie Markus Eggimann (parteilos). Eggimann ist Hauswart eines Schulhauses der Gemeinde – es ist davon auszugehen, dass er sich im Fall einer Wahl zwischen Job und Gemeinderatsamt entscheiden müsste.

Ein hartes Rennen liefern dürften sich grünliberal und grün. Zwar geniesst Daniel Altermatt höhere Bekanntheit, nicht zuletzt wegen seines Wirkens im Landrat. Aber die Grünen haben zumindest bei den National- und Landratswahlen im vergangenen Jahr mehr Wähler hinter ich vereinen können als die GLP.

Gemeinderat für einen Tag

Dass es knapp werden kann, weiss Altermatt aus eigener Erfahrung. Der Physiker und Geschäftsführer eines KMU schaffte vor vier Jahren schon einmal die Wahl, jedoch nur für einen Tag. Die Post entdeckte am Tag nach der Wahl weitere Stimmcouverts. Damit wurde Altermatt von Felix Bossel überholt. Nun gibt sich Altermatt aber zuversichtlich: «Dieses Mal stehen die Chancen gut.»