Es begann mit dem Konfektionieren von Sonnenkochern für Afrika, dem Betreiben einer eigenen Schreinerei für Auffrischarbeiten sowie der Herstellung von Strassenfiguren aus Holz. Vor 20 Jahren gründeten innovative Hölsteiner den Verein «Werkgruppe Hölstein» und schufen ein Programm für Langzeitarbeitslose. Mit dieser Hilfe sollten die Teilnehmer wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden.

Das damalige Beschäftigungsprogramm hat sich in der Zwischenzeit zu einer Non-Profit-Organisation entwickelt, welche Sozialhilfebezügern und Asylsuchenden eine sinnvolle Tagesstruktur bietet. Seit drei Jahren tritt die Vereinigung unter dem Namen «Stiftung Werkteam Hölstein» auf, welche von Niklaus Graber präsidiert wird. Auf den kommenden Herbst ist die Gründung einer zusätzlichen Sozialfirma geplant, welche in die bestehende Stiftung integriert werden soll.

Die eigene Lage verbessern

Via Kanton, Gemeinden und IV-Stellen der Nordwestschweiz werden der Stiftung Langzeiterwerbslose, Sozialhilfebezüger, Asylsuchende und Personen, bei welchen eine IV-Abklärung im Gange ist, zugewiesen. «Momentan arbeiten bei uns nur acht Personen. Wir könnten jedoch 19 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen», erklärt Urs Burri, welcher seit fünf Jahren Geschäftsführer ist.

Burri leitet das Tagesgeschäft zusammen mit einem Coach und einem Werkstattleiter. In die Werkgruppe werden Frauen und Männer zwischen 20 und 60 Jahren aufgenommen. Sie müssen deutsche Sprachkenntnisse sowie eine aktuelle Erwerbserlaubnis haben.

Ihr Ausbildungsstand, die ethnische Herkunft und ihre Konfession spielen bei der Aufnahme keine Rolle. «Grundsätzlich müssen die Kandidaten Motivation zeigen, ihre eigene Situation verbessern zu wollen», betont der Geschäftsführer. Wird ein Kandidat in die Werkgruppe aufgenommen, so bekommt er in den Arbeitsräumlichkeiten an der Hauptstrasse in Hölstein eine geregelte und vielseitige Tagesstruktur geboten und wird in seiner eigenen Leistung und Qualität gezielt gefördert und motiviert.

Ziel: Arbeitsmarkt

«Unser Ziel ist, unsere Teilnehmenden von Fremdunterstützung zu lösen und sie wieder in den ersten Arbeitsmarkt integrieren zu können», führt Urs Burri die Zielsetzungen der Stiftung aus. Die Dauer bis zur Wiedereingliederung variiere laut Burri je nach Vertrag: «In der Regel bleiben die Teilnehmer ein Jahr bei uns.»

Die Arbeiten sind vielseitig und reichen von Umzügen und kleinen Transporten, Haus- und Wohnungsräumungen bis hin zu Gartenarbeiten aller Art. «Wir erledigen zudem einfache Lohnarbeiten sowie Holzarbeiten nach Kundenwunsch und frischen alte Möbelstücke wieder auf. Wir sind einfach eine kreative und aussergewöhnliche Truppe», fügt Urs Burri hinzu. Die kleine, aber feine Brockenstube ist ein weiterer Bestandteil der Stiftung. Die Arbeiter erledigen die Kundenwünsche zu marktkonformen Fixpreisen, um die Teilnehmenden bei ihren Arbeiten nicht unter Zeitdruck zu setzen.

Im letzten Jahr hat das Budget 450000 Franken betragen. Nur etwa 40 Prozent der anfallenden Kosten werden durch die Kantone, die Gemeinden und die IV-Stelle Nordwestschweiz getragen. «Die restlichen 60 Prozent müssen wir selber erwirtschaften, ohne jedoch die Privatwirtschaft zu konkurrenzieren», sagt Burri abschliessend.