Als Erika Bachmann vor sieben Jahren die Gesamtleitung von Lausen Kulturell übernommen hatte, erweiterte sie allmählich das Spektrum der Veranstaltungen. Waren es in den Anfängen über viele Jahre einzig Referate von Leuten aus der Region zu ganz unterschiedlichen Themen gewesen, kamen zu Beginn der 1990er-Jahre musikalische Aufführen dazu.

Ab 2009 wurde das jährliche Programm, das heute jeweils von Oktober bis März fünf Events umfasst, noch umfangreicher und vielseitiger gestaltet. Bachmann sagt: «Ich kann viele meiner Ideen einfliessen lassen.» Am Donnerstag steht der Jubiläumsanlass mit einer Acappella-Show der «Stimmakrobaten» an.

Grosse Bandbreite

Je einmal Musik, Cabaret, Theater und ein Vortrag sind fix; «die fünfte Veranstaltung kann irgendwas sein», so die Gesamtleiterin. Mindestens zwei Künstler müssten aus der Region stammen, es dürften auch mehr sein. «Den Rest setzen wir so zusammen, dass es einigermassen in unser Budget passt.» Die Bandbreite ist gross. Ausgeschlossen sind politische Vorstellungen und Themen, die nicht für eine breite Masse gedacht sind.

Die ganze Organisation ist schlank und unkompliziert. Erika Bachmann und ihre fünf Kolleginnen und Kollegen treffen sich in der Regel im April einmal, um das nächste Saisonprogramm zu besprechen. Alle bringen ihre Vorschläge mit. An diesem Abend werden die fünf Anlässe fürs kommende Herbst- und Winterhalbjahr diskutiert und bestimmt. Zwei Tage später steht der komplette Plan. «Mehr als diese Sitzung gibts nicht. Alles andere wird über Whatsapp koordiniert», erzählt Bachmann.

Lausen Kulturell bietet seine Veranstaltungen gratis an, von denen fast keine kostendeckend ist. Der freie Austritt sei «sehr relativ», meint Erika Bachmann. Vielleicht blieben pro anwesende Person zehn Franken im Kässeli. Die Kulturorganisation setzt sich auch nicht zum Ziel, dass ihre Anlässe selbsttragend sind. Die kleineren Künstlergagen bewegen sich um die 500 Franken, die grösseren liegen zwischen 2000 und 2500 Franken. Dank mehrerer Sponsoren, deren Akquirierung teils schwierig ist, schaffen es die Veranstalter, ein ausgeglichenes Budget zu gestalten.

«Auch künftig werden wir am Grundkonzept festhalten, dass sich jeder Kultur leisten kann», betont Bachmann und ergänzt: «Das muss so bleiben, weil es der Ursprung ist.» Lausen Kulturell will auch nicht grösser werden, um den Aufwand in erträglichem Mass zu halten.

Je nach Anlass variiert die Besucherzahl. In der Regel erscheinen etwa 80 Leute, auch sind schon über 100 gekommen. «Eine totale Wundertüte», lacht Bachmann. Die Platzzahl im Gemeindesaal, den Lausen Kulturell von der Gemeinde gratis zur Verfügung gestellt bekommt, ist limitiert. Grössere Events finden in der Turnhalle gegenüber statt. Dort hat es 350 Plätze. In dieser Halle spielte 2016 die Dixieland-Band Steppin Stompers auf, die damals ihr 50-Jahr-Jubiläum feierte. Sie war proppenvoll. «Dies soll auch an unserem Jubiläumsanlass so sein», hofft Erika Bachmann.

Treues Stammpublikum

Lausen Kulturell kann auf ein treues Stammpublikum zählen, rund die Hälfte davon sind Lausner. Die Organisation ist im Dorf gut verankert. Viele Besucher kommen auch aus umliegenden Gemeinden. Das Durchschnittsalter liegt bei 40 plus. «Wir wünschten uns, es wären mehr Jüngere dabei, aber dann müssten wir das Programm anders gestalten», vermutet Bachmann. Gut 200 Privatpersonen und Gönner unterstützen das Kulturforum mit einem jährlichen Beitrag von 25 Franken. Bachmann war, bevor sie die Gesamtleitung übernahm, als Gönnerin zu Lausen Kulturell gestossen.

Ihr gefallen primär Darbietungen von Künstlern, die sie zuvor nicht gekannt hat. «Solches ist überraschend; ich sehe Sachen, die ich sonst privat nicht schauen oder hören würde. Derartige Auftritte sind oft spannend.» Was bestimmt auch für den bevorstehenden Jubiläumsanlass zutreffen wird.



Jubiläumsanlass Acapella-Show mit den sechs stimmgewaltigen «Stimmakrobaten»; Donnerstag, 31. Januar (19.30 Uhr, Turnhalle Mühlematt), www.lausenkulturell.ch