«Wir sind das Schweizer Wasser mit den meisten Mineralien. Das macht den Unterschied», sagt Damaris Buchenhorner stolz. Sie ist als Leiterin Marketing und Kommunikation seit 2010 Geschäftsleitungsmitglied. Ihr Mann, Matthias Buchenhorner, übernahm vor vier Jahren die Hauptverantwortung des Familienbetriebs von seinem Vater, nachdem er 2009 in die Geschäftsleitung eingetreten war. Das Duo hat nun wichtige Weichen gestellt und die Mineralquelle Eptingen, ein hiesiges Vorzeigeunternehmen, fit für die Zukunft gemacht.

Neue, moderne Abfüllanlage

Dafür wurden fünf Millionen Franken investiert in eine neue Abfüllanlage für Glasflaschen und in ein neues Design. PET-Flaschen werden mit einer anderen Maschine abgefüllt. Es sei jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen, um die Infrastruktur zu erneuern und primär auch die Optik zu verändern, erzählt Matthias Buchenhorner. Die alte Anlage stand 46 Jahre im Einsatz. Für die neue Form der Flaschen, den neuen Ausguss und andere Verschlüsse war sie nicht mehr adaptierbar.

Seit Anfang dieses Monats läuft die neue Abfüllanlage – mit gewissen Anlaufschwierigkeiten. Die 32-jährige Damaris Buchenhorner spricht von «Kinderkrankheiten», Tücken mit Etiketten und Verschlüssen. Es ist die bisher grösste Investition, die das Unternehmen in seiner bald 120-jährigen Geschichte getätigt hat (siehe Box). Bei der neuen Maschine ist fast alles aus Chromstahl und sehr viel automatisiert. Alles wird aufgezeichnet und dokumentiert. Auch die Kontrollen sind voll automatisiert: «Wir sind immer mehr konfrontiert mit dem Lebensmittelgesetz», sagt der Geschäftsführer. Dazu kommt ein internes Labor, das ständig die Qualität des Wassers überprüft.

Missverständnis bei der Glaswahl

Für den Abbau der alten und die Installation der neuen Anlage wurde der Betrieb in der Mineralquelle für ein paar Wochen stillgelegt. Um während dieser Zeit Lieferengpässe zu vermeiden, produzierte zuvor die Firma auf Vorrat. «In der letzten Phase dieser sechs Wochen wurde es schon eng», gesteht Matthias Buchenhorner.

Wie meistens bei einem Projekt dieser Grösse läuft auch hier nicht alles reibungslos. Zwischen der Mineralquelle Eptingen und ihrem Glasflaschen-Lieferanten kam es zu einem Missverständnis. Beide Parteien sprachen bei der neuen Flasche zwar von Weissglas, verstanden darunter aber nicht das Gleiche. Die Spitze des Oberbaselbieter Getränkeherstellers meinte damit helles Glas wie eines zum Trinken. Der Lieferant kam im vergangenen März jedoch mit Mustern, die einen braun-beigen Stich hatten. Es stellte sich heraus, dass das Wunschglas der Eptinger vom Lieferanten als «extraweiss» bezeichnet wird.

«Es gab einen riesen Tumult», erzählt Matthias Buchenhorner nun mit einem Lächeln. Und seine Frau fährt weiter: «Einen Tag, bevor wir die Kabel der alten Abfüllmaschine abschneiden wollten, zogen wir die Vollbremse.» Schliesslich führte die Angelegenheit mit einem Monat Verspätung doch noch zu einem Happy End.

Die Buchenhorners stiessen das Projekt im März 2016 an. Lange dauerte es, bis sie eine passende Flaschenform gefunden hatten. «Das Visuelle ist ein wichtiger Punkt, das Auge trinkt mit», weiss der 42-jährige Firmenchef. Entstanden ist eine zylinderförmige Flasche. Ein Werbegag? Damaris Buchenhorner verneint. Sie hätten eine Flasche gewählt, die modern, bodenständig und trotzdem schön und unaufdringlich sei. «Am Wasser selber können wir sehr wenig machen, deshalb ist die Verpackung umso wichtiger», ergänzt ihr Ehepartner.

Frischer kommt auch das Logo daher. Kirschblüten in abstrakter Form zieren die neue Etikette. Damit soll die Region abgebildet werden. Die Verantwortlichen haben vorgängig darüber diskutiert, ob sie mit etwas Bekanntem spielen sollten. Und sie entschieden sich dann, es zu wagen. «Wir wollen vom Traditionellen weg. Dies mit der Botschaft: Wir von der Eptinger sind modern», stellt die Marketingleiterin klar.

Von den fünf Millionen Franken wendete die Mineralquelle Eptingen allein eine Million für das Design und den Glaspark aller neuen Flaschen auf; die alten werden entsorgt und rezykliert. Die bisherigen Harasse können hingegen weiterverwendet werden.

Schlange stehen für Gratis-Wasser

Auf die jüngere Firmengeschichte angesprochen, erzählt Matthias Buchenhorner, «dass 2012 für uns ein ausschlaggebendes Jahr gewesen ist». Damals setzte Coop auf Eigenmarken, kaufte die Mineralquelle Pearlwater in Termen und produzierte von nun an selbst. Dieser Anteil brach für die Eptinger weg. «Wir mussten uns wandeln und uns wieder auf die eigene Marke besinnen.» Schon 2009 gab es einen Schub, als die Mineralquelle Eptingen AG 60 Jahre Pepita feierte und das legendäre grüne Logo des 1999 verstorbenen Basler Grafikers Herbert Leupin wieder aufleben liess. «Ein richtiges Revival, die Leute fanden das cool», erinnert sich der Geschäftsführer. Der Erkennungseffekt des farbigen Papageis war gross.

Nicht nur das Eptinger Mineralwasser ist einzigartig. Speziell ist auch, dass Einwohnerinnen und Einwohner der 525-Seelen-Gemeinde jeden Mittwochnachmittag an der Rampe gratis Mineralwasser beziehen können. Manchmal stehen sie sogar Schlange.