Gemäss Jagdstatistik kommen in der Schweiz jedes Jahr rund 2000 Rehkitze in den Monaten Mai und Juni durch Mähmaschinen ums Leben. Die Dunkelziffer dürfte aber noch erheblich höher liegen, teilte der STS am Dienstag mit.

Der Tierschutz rief dazu auf, Jungtiere durch sogenannte Infrarot-Wildretter vor den Mähmaschinen zu schützen. Diese Geräte hätten sich in den letzten zehn Jahren bewährt. Denn jedes warmblütige Lebewesen strahle Wärmeenergie aus, die von einem Infrarot-Detektor festgestellt werden könne.

Noch recht neu sei die Suche nach Rehkitzen mittels Drohnen. Die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften habe die Effizienz dieser Methode in einem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt nachweisen können und sei nun bestrebt, die Methode in die Praxis umzusetzen.

Wichtig sei aber auch ein richtiger Umgang mit aufgefundenen Rehkitzen. Sie sollten niemals von blosser Hand berührt werden, sondern mit Handschuhen oder unter Zuhilfenahme eines Grasbüschels in eine Kiste gelegt und so aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.

Die Fundstelle sollte markiert und beim Mähe umfahren werden, so dass eine kleine Grasinsel zurückbleibe. Nach der Mahd werde das Kitz an der Fundstelle wieder in der Grasinsel abgelegt, wo es die Rehgeiss am Abend finden könne.

Neben den Rehkitzen würden aber auch Junghasen, Gelege seltener bodenbrütender Vögel wie der Feldlerche oder dem Wachtelkönig sowie Abertausende Wild- und Honigbienen Opfer der Mähmaschinen.

Beim Einsatz moderner Mähmaschinen mit integriertem Aufbereiter werde das geschnittene Gras, um die Trocknung zu beschleunigen, geknickt und gequetscht. Das führe zu besonders vielen toten, verletzten und flugunfähigen Bienen im Schnittgut.

Untersuchungen hätten ergeben, dass so pro Hektare bis zu 24'000 Bienen getötet würden. Um die Bienenverluste klein zu halten, empfiehlt der Schweizer Tierschutz den Landwirten, bei regem Bienenflug auf das Mähen zu verzichten oder ein Mähwerk ohne integrierten Aufbereiter zu verwenden.