Die starken Regenfälle am vergangenen Freitagnachmittag haben Bubendorf besonders hart getroffen: Mehr als die Hälfte der von der Polizei gemeldeten 50 Notrufe kamen aus der 4400-Einwohner-Gemeinde am Eingang des Fünflibertals. In einer einzigen Stunde fielen zwischen 44 und 48 Millimeter Wasser – dies entspricht einem Zwanzigstel der Regenmenge eines ganzen Jahres. «Solche extremen Niederschläge gibt es bei uns statistisch nur alle zehn bis fünfzehn Jahre», sagt Gemeindevizepräsident Walter Bieri. Zahlreiche Keller und Einstellhallen wurden überflutet. Die Feuerwehr habe die Schadensfälle aufgenommen; diese würden in den kommenden Monaten bearbeitet.

Sofas und Bar zerstört

Stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist der Jugendkeller der Stiftung Jugendsozialwerk Baselland, der sich in einer ehemaligen Zivilschutzanlage unterhalb des Kindergartens Langgarben befindet. Im Keller stand das Wasser bis 25 Zentimeter hoch. Dieses drang nicht etwa von oben in den Keller ein, sondern wurde durch eine Abwasserleitung, die das viele Wasser nicht mehr aufnehmen konnte, heraufgedrückt. «Es war surreal: Die Wassermassen flossen aus dem WC und einem Bodenschacht heraus», berichtet der Leiter des Jugendkellers, Nathanael Lehmann.

Das Schmutzwasser zerstörte neben den Böden grosse Teile des Inventars wie Sofas, die Musikanlage, die Bar und einen Computer. Der Schaden beläuft sich auf rund 20'000 Franken. Die Jugendlichen hatten aber auch Glück im Unglück: Der Billardtisch und die teuren Flipperkästen funktionieren noch. Schwerer als der finanzielle Schaden, der grösstenteils versichert ist, wiegt der Ärger über vergebliche Arbeiten: Den zerstörten Laminatboden habe er erst vor wenigen Monaten in Eigenregie erneuert, sagt Lehmann. Bis der Keller trocken ist, dauert es trotz Luftentfeuchter einige Wochen. Lehmann hofft, dass der Jugendkeller Ende August wieder geöffnet werden kann.

«Nicht alle Strassen aufreissen»

Gemeindevizepräsident Bieri weiss von weiteren Schachtdeckeln in der Umgebung, die von den Wassermassen angehoben wurden. Bei der Gemeinde sei man sich bewusst, dass die Kanalisation unter der Langgarbenstrasse sowie andere Leitungen in der Umgebung zu eng seien. In dem Gebiet hat es in den vergangenen Jahren wiederholt Probleme gegeben. «Aber deswegen können wir nun nicht alle Strassen in Bubendorf aufreissen und die Leitungen erneuern», sagt Bieri. Er plädiert dafür, dass die Gemeinde bei ohnehin anstehenden Strassensanierungen nun jeweils untersucht, ob der Einbau dickerer Kanalisationsrohre sinnvoll wäre. Mit einer höheren Kapazität könnten die Risiken sehr wohl gesenkt, wenn auch nicht vermieden werden. «Auch in dicken Rohren kann es wegen Geschiebe und Geröll zu Verstopfungen kommen», gibt Bieri zu bedenken.