Der Aufwand ist enorm. «Nur bis ich das Bild vom Fuchs im Kasten hatte, bin ich zwanzigmal ausgerückt», erzählt Kurt Hamann. Den 58-jährigen Fotografen hat eine neue Leidenschaft gepackt. Nach unzähligen Aufnahmen über Land und Leute, die er in den vergangenen vier Jahrzehnten gemacht hat, spezialisiert sich der gebürtige Laufner nun auf Tierbilder. Hamann hat sich zum Ziel gesetzt, alle Wildtierarten, die sein Laufental bevölkern, fotografisch festzuhalten.

Hamann

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Was wir in der Bildergalerie zeigen, ist nur eine kleine Auswahl aus vielen hundert Fotos, die er zwischen Mai und Ende August im Gebiet Dittingen-Liesberg-Röschenz schiessen konnte. Wie beim Fuchs kennt er in Sachen Qualität keine Kompromisse: Nur das perfekte Bild zählt. «Ich merke, wie ich mit jedem Bild meine eigenen Ansprüche nach oben schraube.» Doch nur schon die richtigen Lichtverhältnisse zu erwischen, wenn ihm gerade ein Tier vor seine Linse springt, ist eine Kunst für sich.

Rund dreimal in der Woche begibt sich Hamann mit seinen beiden Kameras und einem Spezial-Teleobjektiv 150 – 600 mm auf die Pirsch, wobei er in der Regel mehrere Stunden benötigt, bis sich brauchbare Motive ergeben. Dass es dabei auch zu skurrilen Begegnungen mit Zweibeinern kommen kann, erzählte er kürzlich an einer Veranstaltung in Laufen. Als er von einer Birsbrücke herab stundenlang Wildenten fotografierte, wurde er von einem Passanten gefragt, ob dies eine neue Mode sei. Bereits am Vortag hätte so ein «Spinnsiech» an gleicher Stelle «ewig lang» dasselbe getan.

Genaue Kenntnis über die einzelnen Tierarten trägt zum Erfolg bei. Lange hat sich Hamann mit Jägern über die richtigen Herangehensweisen unterhalten. Bei besonders umsichtigen Tieren nützt selbst das nur bedingt. «Den Bussard habe ich zufällig aus dem Auto heraus erwischt. Bussarde haben einen 360-Grad-Rundumblick. Wenn ich ausgestiegen wäre, wäre er augenblicklich weg gewesen.» Wie weit ihn die frisch entflammte Leidenschaft für die Tierwelt des Laufentals noch tragen wird, lässt er vorerst offen. Gut möglich, dass daraus ein weiteres Buchprojekt entsteht. Es wäre in kurzer Folge das dritte.