Um rund 1500 Personen wird das neue Quartier auf dem Areal der wiederaufgefüllten Ziegeleigruben die Allschwiler Wohnbevölkerung anwachsen lassen – das sind mehr als viele Dörfer (wie etwa das benachbarte Schönenbuch) insgesamt Einwohner und Einwohnerinnen haben. Knapp tausend Zuzüger und Zuzügerinnen haben sich bereits in den seit Herbst 2004 entstandenen Wohneinheiten niedergelassen. Sie alle hiess die Gemeinde mit einem Fest auf der Piazza der mittleren Bauinsel willkommen.

Eine Mischung von Bodenständigkeit und internationalem Touch prägte das fröhliche Treiben. Für Swissness standen die Chrutstorzeörgeler und die Alphorn-Bläser in musikalischer und die vom Turnverein servierten Älpler-Makkaronen in kulinarischer Hinsicht. Chrutstorze ist übrigens der Dorfname der Allschwiler; er bezieht sich auf den früher verbreiteten Kabisanbau.

Ein Zungenbrecher

Für etliche der frischgebackenen Allschwiler und Allschwilerinnen dürfte dieser Begriff ein unüberwindbarer Zungenbrecher sein. An sie wandte sich Gemeindepräsident Anton Lauber in Englisch: «With you the future has arrived in Allschwil.»

Nicht nur die Zukunft, auch die Vergangenheit war ein Thema. Das Ziegeleiareal hat für die Entwicklung von Allschwil eine wichtige Rolle gespielt. Mit der Ausbeutung der Tongruben hielt Ende des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung im Bauerndorf südwestlich von Basel Einzug. Milliarden von Ziegeln und Backsteinen verliessen die Ziegeleien bis zur Betriebsschliessung Ende 1975. Ein 1985 vom Stimmvolk gutgeheissener Teilzonenplan teilte das Areal in drei Teile auf: eine Gewerbe- und Industriezone an der Binningerstrasse, eine daran anschliessende Wald-, Natur- und Erholungszone und eine Wohnzone unterhalb der Geländekante zur Läuberen-Terrasse.

Frösche mussten umgesiedelt werden

Die Aufnahme des Ziegeleiareals in das Inventar von Amphibienlaichgebieten von nationaler Bedeutung stellte die Überbauungspläne 1995 in Frage. Drei Jahre dauerte es, bis für die Frösche und Kröten im Mühlebachtal eine Ersatzheimat gefunden war. Ein paar Jahre später gefährdete der Fluglärm die Genehmigung des Quartierplanes durch den Regierungsrat. Im April 2002 gab die Kantonsregierung dann grünes Licht.

Kenntnisse über die Geschichte, aber auch die Geologie sowie Flora und Fauna waren am Postenlauf durchs Quartier gefragt. Gegen 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotzten der Hitze und versorgten sich an den Postentafeln mit Informationen. Bei der Siegerehrung betätigte sich die Allschwiler Miss-Schweiz-Kandidatin Simone Casanova als Glücksfee. Für die kleinen Festbesucher gab es am Nachmittag ein Kinderprogramm, und zwischen acht und zehn Uhr abends heizte Caesar’s Blues Connection dem Publikum im Festzelt ein.

Nur wenig trübte die Festfreude. Mehrmals bekam der Gemeindepräsident zu hören, dass die Fahrzeuge der BLT-Buslinie 64 beim Bergauffahren mit einem unangenehmen tiefen Röhren für Ärger sorgen.