2500 Franken bekommen Eltern jährlich an Unterstützung, wenn sie ein Kind an die Privatschule schicken. Ob dies auch künftig so ist, darüber entscheiden die Baselbieterinnen und Baselbieter am 24. September.

Dann kommt die Streichung der Beiträge zum Besuch von Privatschulen zur Abstimmung. Mit der Vorlage will der Kanton pro Jahr 3,7 Millionen Franken sparen. Bereits in der Vernehmlassung haben sich bildungsnahe Organisationen kritisch gegenüber der Vorlage geäussert.

Ein Argument: Langfristig werde nicht gespart, wie die Regierung behaupte, sondern es werde sogar noch teurer. So argumentiert etwa die Elternlobby Baselland. Doch stimmt dies? Die Gegnerschaft, etwa der Lehrerverband Baselland rechnet mit rund 17 000 Franken, die ein Schüler pro Jahr kostet. Man rechne: Im Moment sind 1500 Schülerinnen und Schüler aus dem Baselbiet in Privatschulen.

Bei einem Wechsel von 18 Prozent aller Privatschüler an die Volksschule würde bei Kosten von 17 000 Franken pro Jahr und Kind nicht mehr gespart werden. Wechseln mehr Kinder, käme die Sparmassnahme teurer als das bisherige System.

Doch so einfach ist das Zahlenspiel nicht. Hohe Kosten entstehen nur, wenn neue Klassen gebildet werden müssen. Wird ein Schüler in eine bestehende Klasse integriert, fallen noch 375 Franken in der Primarschule, beziehungsweise 525 Franken in der Sekundarschulstufe pro Jahr an, so Petra Schmidt von der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD).

Brauchts neue Klassen?

Dass neue Klassen gebildet werden müssen, sei nicht ganz auszuschliessen, heisst es in der Vorlage der Regierung. Damit würde zwar die prognostizierte Ersparnis von 3,7 Millionen Franken kleiner. Doch sei der Nettospareffekt immer noch deutlich positiv

Die BKSD geht sogar noch weiter: «Wir gehen davon aus, dass aufgrund von Wechseln aus der Privatschule keine neuen Klassen gebildet werden müssen.» Die durchschnittlichen Klassengrössen würden allfällige Wechsel abfedern, sagt Schmidt.

So liegen die Klassengrössen in der Primarschule bei durchschnittlich 18,8 Schülern, im Kindergarten bei 18. Die maximale Klassengrösse beträgt auf diesen Schulstufen 24 Kinder. In der Sek Niveau A erreiche der Durchschnitt 17,7 bei maximal 20 Schülern. In den Niveaus P und E bei 21,5 bei einer maximalen Klassengrösse von 24.

Aufgrund der erwarteten demografischen Entwicklung, geht die BKSD davon aus, dass ab 2020 neue Klassen gebildet werden müssen. «Da stellt sich dann die Frage: Mussten wir die Klasse wegen den wenigen Privatschülern bilden, oder wegen der steigenden Schülerzahlen?», so Schmidt.

Betroffen von den Sparbemühungen der Regierung sind rund 1500 Schülerinnen und Schüler, beziehungsweise deren Eltern. Nur wenige würden aufgrund des Wegfalls des jährlichen Beitrags von 2500 Franken an eine staatliche Schule wechseln, heisst es in den Unterlagen zur Vorlage.

Wie viele es sind, das lasse sich nicht so einfach sagen. «Wir gehen aber von einem kleinen Prozentsatz aus. So rechneten wir intern mit ungefähr 100 Schülerinnen und Schülern», sagt Petra Schmidt. Mit der Härtefallklausel werde der Anteil der wechselnden Schüler jedoch noch sinken, sagt Schmidt. Denn auf Gesuch können einkommensschwache Familien die 2500 Franken weiterhin beantragen.

Bei allen Rechenspielen: Die prognostizierten 3,7 Millionen Franken, welche gespart werden sollen, werden bereits bei einer einzigen Klassenneubildung erheblich unterschritten. Denn eine neue Klasse kostet laut BKSD 285 000 Franken pro Jahr. Die Elternlobby geht gar von 450 000 Franken aus.