Wer noch in eine herzhafte Bierwurst beissen oder ein cremiges Bierfondue geniessen möchte, muss sich sputen. In der Brauereistube im Pflug in Himmelried bleiben ab Ende Jahr die Kochtöpfe kalt. Das Betreiberehepaar Oberson hat sich entschieden, das Lokal altershalber zu schliessen.

Gilbert, der gemeinsam mit seiner Frau Silvia das Restaurant an der Seewenstrasse führt, erreichte Anfang Jahr das Rentenalter. In den letzten sechs Jahren gönnten sich die beiden fast keinen freien Tag. Denn die jeweils freitags, samstags und sonntags geöffnete Brauereistube ist nur ein Standbein der Obersons. Das andere ist eine im ehemaligen Milchhüsli des Thiersteiner Dorfes eingerichtete Brauerei, in der das beliebte Chastelbach-Bier entsteht. Von den jährlich rund 8000 Litern verwendet das Ehepaar etliche für die Speisen in der Brauereistube.

Die Brauerei existiert weiter

Damit ist schon bald Schluss, denn «wir wollen uns jetzt Zeit für uns nehmen». Wegen der beiden Betriebe sei das Privatleben zu kurz gekommen, erklärt Gilbert Oberson. Die Nachricht, dass sie die Brauereistube schliessen werden, habe in Himmelried und Umgebung einige enttäuschte Reaktionen ausgelöst. Vom Entscheid, sich aus dem Lokal zurückzuziehen, würden sie sich jedoch nicht abbringen lassen. Vielmehr versteht der Wirt die Rückmeldungen als Kompliment.

In den letzten Jahren suchten sich viele Unternehmen aus dem Schwarzbubenland, dem Laufental und der Agglo die Brauereistube für ihre Firmenessen aus. Dass es nicht nur verschiedene Sorten selbst gemachtes Bier, sondern auch währschafte Gerichte gibt, hat sich herumgesprochen. «Das Lokal ist vor allem bei Gruppen beliebt, die zuvor bei uns reservieren», sagt Gilbert Oberson. Es passiere aber auch häufig, dass Leute spontan vorbeikommen. Einige alteingesessene Himmelrieder veranstalteten in der Brauereistube zudem ihren Stammtisch.

Ab kommendem Januar werden sie diesen an einem anderen Ort durchführen. Auf das Himmelrieder Chastelbach-Bier müssen sie aber auch künftig nicht verzichten. «Die Brauerei bleibt bestehen», versichert Oberson. Er hat vor, den Gerstensaft neu am ersten und dritten Freitagabend mittels eines Rampenverkaufs unter das Volk zu bringen. Und auch der bekannte Regio-Brauereitag, den Gilbert Oberson einst ins Leben gerufen hat und noch immer organisiert, existiert weiter.

Der traditionsträchtige Landgasthof zum Pflug, vor sechs Jahren in eine Brauereistube verwandelt, steht hingegen in Kürze ohne Wirt da. Auch wenn er nicht mehr selber im Lokal tätig sein wird, kann sich Oberson eine Zusammenarbeit mit den neuen Betreibern gut vorstellen.