Dank der 35 zusätzlichen Parkplätze soll die akute Parkraumnot gelindert werden, unter der Spitalpersonal und -besucher schon seit Jahren leiden. Einst stand an dieser Stelle das legendäre Restaurant Reblaube, das nach 2000 lange Zeit leer stand und schliesslich Mitte des vergangenen Jahrzehnts abgerissen wurde. Für Generationen von Liestalern bildete die «Reblaube» stets das Eingangstor zum Stedtli.

Bewegte Geschichte

Das Grundstück an der Liestaler Rheinstrasse gehört der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) und hat eine bewegte jüngere Geschichte hinter sich. 2004 wollte die BLPK dort für 14 Millionen Franken einen sechsstöckigen neuen Hauptsitz errichten. Nach der Gutheissung einer Einsprache durch das Baselbieter Kantonsgericht zerschlugen sich diese Pläne aber. Dann kam die Idee mit den Parkplätzen auf, doch stellte sich diesmal die Stadt Liestal quer, weil sie in diesem Gebiet keine «Parkplatzwüste» haben wollte.

Im Frühjahr 2010 schliesslich zog der Liestaler Stadtrat seine Einsprache zurück, da sich für das Gelände an der Rheinstrasse keine andere Lösung abzeichnete. Inzwischen hat auch die Basellandschaftliche Pensionskasse in einem Neubau an der Mühlemattstrasse eine neue, moderne Heimat gefunden.

Nur ein Provisorium

Der neue Parkplatz ist allerdings nur als Provisorium angelegt, der Mietvertrag zwischen der BLPK und dem Kantonsspital Liestal auf die nächsten drei Jahre befristet. Dies bestätigt Hans Peter Simeon, der Vorsitzende der Pensionskassen-Geschäftsleitung. Nach 2015 soll die Parkfläche durch den Neubau eines Parkhauses mit maximal 322 Plätzen auf dem Mühlematt-Areal dauerhaft abgelöst werden, welchen das Kantonsspital Liestal und die EBL gemeinsam errichten wollen. Derzeit läuft die entsprechende Quartierplanung (die bz berichtete). Das öffentliche Planauflageverfahren folgt später.

Was nach seiner Verwendung als Parkplatz mit dem Gelände an der Rheinstrasse geschehen soll, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden. Lange wurde davon ausgegangen, dass die Pensionskasse das Areal verkaufen möchte. Die umliegenden Parzellen sind Eigentum des Kantons, in unmittelbarer Nachbarschaft ist die Baselbieter Schul- und Büromaterialverwaltung beheimatet. Geschäftsführer Simeon verweist auf den Kanton, wenn es um die künftige Nutzung geht: «Es hängt davon ab, ob der Kanton das Gelände in absehbarer für ein eigenes Bauvorhaben gebrauchen kann.» Von einem konkreten Projekt habe er aber noch nichts gehört. Auch der Kanton winkt in dieser Frage ab. Simeon: «Zuerst bauen wir diesen Parkplatz, danach schauen wir weiter.» (bos)