Die von der bz am Dienstag öffentlich gemachten geplanten Sondierbohrungen der Schweizer Salinen AG auf der Muttenzer Rütihard sorgten an der Gemeindeversammlung für erhitzte Gemüter. Der betroffene Landwirt Ruedi Brunner warnte vor den Folgen möglicher Bohrungen.

Brunner wollte vom Gemeinderat wissen, ob dieser von den Baugesuchen für die Sondierbohrungen wusste und wenn ja, wieso er die Öffentlichkeit darüber nicht informierte. Gemeindepräsident Peter Vogt (CVP) blockte aber mehrfach ab und verwies auf die Bürgergemeinde als Landbesitzerin.

Die Gemeindeversammlung stellte sich klar hinter Brunner. «Die Einwohnergemeinde hat die moralische Aufgabe, das Naherholungsgebiet zu schützen», forderte eine Rednerin. Benedikt Oetterli rief die Bevölkerung auf, als Demonstration auf die Rütihard zu kommen. «Wir müssen als Einwohner von Muttenz zeigen, dass wir uns dieses Gebiet nicht nehmen lassen.»

Am Samstagnachmittag informiert Ruedi Brunner die Bevölkerung direkt vor Ort auf der Rütihard.

Nicht nur direkt auf der Rütihard kämpft er gegen die Bohrungen, auch via Social Media weiss der Landwirt zu mobilisieren. Die von seiner Familie am Montag neu gegründete Gruppe «Rettet die Rütihard!» erregte innerhalb weniger Stunden grosse Aufmerksamkeit. Inzwischen zählt die Facebook-Gemeinschaft über 1400 Mitglieder.

Erst vergangene Woche informierte der Bürgerrat, dass die Schweizer Saline AG im Gebiet der Rütihard neue Sondierbohrungen durchführen wolle. «Wir sind aus allen Wolken gefallen», sagte Brunner am Montag zur bz. Besonders nachdenklich stimmte den Bauern, dass bereits ein «fixfertiger Bohrplan» vorliegt. Eine Karte der Schweizer Salinen AG bildet 30 mögliche Bohrstandorte und die geplanten Leitungen zur Salzwasser-Förderung ab. Das bedrohe seine Existenz und jene von zwei weiteren betroffenen Bauern.

Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Saline, versuchte zu beschwichtigen. Wenn es auf der Rütihard tatsächlich zum Salzabbau komme, werden keine dauerhaften Bohrtürme aufgestellt. Das mobile Bohrgerät stehe an jedem Bohrloch ungefähr drei Wochen. Für eine Etappe mit sechs bis acht Bohrlöchern rechnet die Schweizer Saline mit neun bis zwölf Monaten Bauzeit. Dann würden die Gräben des Leitungsbaus renaturiert und seien wieder für die Landwirtschaft nutzbar.

Je nach Salzbedarf erschliesse die Saline rund alle fünf Jahre eine neue Etappe. «Nach Ende der Salzförderung werden sämtliche Anlagen rückgebaut und das Land ist wieder uneingeschränkt nutzbar. Es bleibt nichts zurück.»

Das bezweifelt Brunner. «In Muttenz ist Richtung Osten bereits ein ganzes Gebiet durchlöchert», sagt Brunner. «Der Boden ist nach den Bohrungen nie mehr wie zuvor.»