Unter dem Titel «Approaching Architecture» hat das Kunsthaus Baselland am vergangenen Samstag auf dem Dreispitz einen Satelliten eröffnet. Sylvain Baumann, Gina Folly, Hannah Weinberger und Silvia Buol haben Vorschläge gemacht, wie man sich der Architektur am besten körperlich nähert. Die Ausstellung im Kunsthaus Baselland selbst ergänzt diese Vorschläge und erweitert sie. Die Kunst soll bald in einem neuen Gebäude und an einem neuen Ort gezeigt werden. Nun gilt es zu entwickeln, was ein Haus können muss und soll, wenn es auf unbekannte Nachbarn trifft.

Stolpern im Dickicht

Beginnen wir zuhinterst und zuunterst. Bei Robin Godde. Seine langen Stahlbänder durchziehen den Raum wie eine grosse Zeichnung. Mal sind zwei zusammengebunden, kreuzen oder vermengen sich. Dass man bei einem solchen Fadengewirr den Überblick nicht verliert, hat mit der Kälte der ungeheizten Shedhalle zu tun. Sie gewährt einen klaren Kopf, den man sich hier auf jeden Fall erhalten sollte. Im Raum vor der Treppe ist Abformung von Silvia Buol zu sehen. Die Papierobjekte hat sie aus ihrer Performancetätigkeit entwickelt, die sich bis heute an allen Möglichkeiten der Architektur orientiert. Im Hintergrund hängen als strukturelle und farbige Akzente die grossen Farbplatten von Sebastian Wiemer. Daneben finden sich die eisernen Stäbe von Jürg Stäuble, die wie ein Mikado auf den Boden fallen wollen und dabei die Wand durchstossen. Rechts der Treppe ist eine weitere Papierabformung von Silvia Buol. Diese verleiht der Form des Stützpfeilers einen zusätzlichen Akzent. Architektur denken hört nicht bei Wänden und Böden auf. Vor dem Ausgang kreuzen schwarze Streifen den Raum. Daniel Göttin hat den Raum vermessen und seine Spuren hinterlassen. Davor zwei Balken-Bilder von Werner von Mutzenbecher: Könnte Architektur manchmal aus so wenigen Elementen bestehen und doch so elementar sein.

Strukturen offenlegen

Gegenüber hängen grosse schwarze Aquarelle von Thomas Hauri an der Wand. Beeinflusst von Industriearchitekturen, überlagert er die Flächen fragmentarisch und versieht sie zusätzlich mit viel Licht, sodass sie wie grosse Transparente erscheinen. Eine ganz ähnliche Sprache sprechen die sechs Fotografien von Bianca Pedrina. «Intime Architekturfotografie» heissen die Arbeiten und zeigen Wandleisten und Spalten an kahlen Wänden. Momente, wie wir sie aus unseren eigenen Räumen kennen. Was für eine Annäherung. Wenn alle die Ideen in das neue Kunsthausprojekt einfliessen, dann möchte man am liebsten im Kunsthaus auf dem Dreispitz wohnen.

Approaching Architecture, Kunsthaus Baselland. Bis 4. Januar.