Der pensionierte Ziefner Schulleiter Thomas Bühlmann ist entsetzt über die neue «Klagemauer» eingangs seines Dorfes. Zuerst habe er die Faust im Sack gemacht, dann gehandelt. Resultat ist ein geharnischter, von 60 Mitbürgern unterschriebener Brief an Baudirektorin Sabine Pegoraro, den diese vor zwei Tagen erhalten hat. Er beginnt mit den Worten: «Wir Ziefnerinnen und Ziefner drücken mit diesem Brief unsere Enttäuschung, unser Unverständnis und unsere Wut über die Gestaltung unseres Dorfeingangs aus.»

Vorher war da noch eine grüne Böschung mit Bäumen und Büschen.

Vorher war da noch eine grüne Böschung mit Bäumen und Büschen.

Was ist passiert? Der Kanton hat letzten Spätherbst unmittelbar am nördlichen Dorfeingang ein Stück des neuen Velowegs gebaut, der dereinst Bubendorf und Ziefen durchgehend verbinden soll. Um diesen neuen Abschnitt bauen zu können, wurde eine Böschung abgegraben und der Hang danach mit einer 130 Meter langen, bis zu drei Meter hohen Steinkorb-Mauer abgestützt. Diese graue Wand stellt einen ziemlich grossen Kontrast zur früheren grünen Böschung mit Bäumen und Büschen dar.

Auch Gemeinderat will es grüner

Bühlmann und seine Mitstreiter reden deshalb von einem «behördlichen Vandalenakt» und fordern nun eine «ästhetische wie ökologische Verbesserung der Situation». Ausgedeutscht heisst das für Bühlmann: «Die Wand soll begrünt und oben wieder eine Hecke gepflanzt werden.» In Ziefen ist offenbar die Empörung breit gefächert, denn Bühlmann sagt, dass man die 60 Unterschriften sehr schnell beisammen gehabt habe, ohne systematisch gesammelt zu haben.

Bis ins Gemeinderatszimmer ist die Empörungswelle jedoch nicht geschwappt. Gemeindepräsidentin Christine Brander beruhigt: «Die Mauer ist markant, aber wir sehen sie nicht als Problem und sind froh, dass es eine Steinkorb- und keine Betonmauer ist.» Sie ergänzt aber, dass auch der Gemeinderat eine Begrünung «sehr begrüsse».

Eine Begrünung kann sich auch der stellvertretende Kantonsingenieur Urs Roth vorstellen. Er sagt: «Wir haben den Beschwerdebrief eben erst bekommen und schauen jetzt, welche Verbesserungen möglich sind. Wenn wir die Ideen beisammen haben, werden wir mit den Beschwerdeführern und dem Ziefner Gemeinderat zusammensitzen.» Roth erläutert, dass die Vorgehensweise mit der Hangstabilität und dem Landbedarf zu tun gehabt habe. Um genügend Platz für den Veloweg zu gewinnen, habe man sich dafür entschieden, die Böschung anzuschneiden und den Hang danach mit einer Mauer abzustützen.