Die Gemeinde Füllinsdorf kann sich glücklich schätzen: Ohne einen Franken zu investieren, ist sie zu einer Finnenbahn gekommen. Mit dem Bau der A 22 erfolgte auch ein Plan für die Oberflächengestaltung des Tunnels. Laut Dieter Leutwyler, Sprecher der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), wünschte Füllinsdorf, dass eine Finnenbahn erstellt wird. «Der Kanton sagte Ja dazu.» Die Kosten dafür seien im Kredit für die Gestaltung der Tunneloberfläche enthalten, so Leutwyler.

Das Tiefbauamt Baselland hat die Finnenbahn nach Vorgabe der Gemeinde Füllinsdorf gebaut. Diese ist für den Betrieb und Unterhalt zuständig. Die weiche Bahn (siehe separaten Text rechts) bietet eine kleine Runde von 250 und eine grosse von 500 Metern und steht allen Sportlerinnen und Sportlern offen.

Applaus für den Kanton

Die Realisierung der A 22 löste einige heisse politische Diskussionen aus. Ganz anders die neue Finnenbahn. Der Kanton erhält Lob aus Füllinsdorf und vermutlich auch von vielen leidenschaftlichen Joggerinnen und Joggern. Gemeindeverwalter Kurt Sidler findet die neue Finnenbahn eine «gefreute Sache für die Gemeinde Füllinsdorf. Sie ist eine tolle Aufwertung für unser Dorf.» Sidler bestätigt Aussagen der BUD, wonach Füllinsdorf bei der Planung der Tunneloberfläche mitreden durfte. «Der Kanton hat uns sehr stark einbezogen.»

Die Finnenbahn ist seit ein paar Wochen benutzbar. Vielleicht gebe es noch kleinere topografische Anpassungen, meint der Füllinsdörfer Gemeindeverwalter, der den Rundkurs schon selber getestet hat.

Weiter südlich beim Seniorenzentrum Schönthal ist ein Park entstanden mit einem grossen Kinderspielplatz, darunter Geräte auch für Erwachsene, sowie einem Wasserspielpark. Dort wird noch diesen Monat ein Vereinspavillon errichtet – ganz in der Nähe, wo früher an der Rheinstrasse das legendäre «Häxehüsli» gestanden hat. Beim Vereinspavillon möchte der Turnverein Füllinsdorf definitiv seine Winterlinde pflanzen, die er letztes Jahr vom Baselbieter Turnverband zu dessen 150-Jahr-Jubiläum geschenkt bekam.

Auch Silvan Tschopp, der Präsident des TV Füllinsdorf, findet es begrüssenswert, dass der Kanton eine Finnenbahn gebaut hat. Er kann sich vorstellen, dass der TV «hin und wieder» die neue Finnenbahn in Füllinsdorf benutzt. «Auf unsere Trainingsplanung wird sie jedoch keinen Einfluss haben.» Sie trainierten primär auf den Aussensportanlagen im Schönthal oder in den Turnhallen des Schulhauses Dorf, die doch einige Meter von der Finnenbahn entfernt seien.

Weiter erzählt Silvan Tschopp, dass die Leichtathletik im Turnverein Füllinsdorf in den vergangenen Jahren «extrem» zurückgegangen sei. «Weniger Jugendliche, weniger Leiter», konstatiert der Vereinspräsident nüchtern. Dennoch zählt die Jugendriege rund 60 Mitglieder bis 14 Jahre. Der Fitnessriege, der eigentlichen Aktivriege, gehören jedoch bloss zehn Sportler an.