«Die Abfallsäcke füllten sich besonders im besagten Gebiet rasend schnell», sagt Patricia Enzmann, Leiterin der Abteilung Umwelt. In den kommenden Sommermonaten schickt die Gemeinde Zivildienstleistende als Botschafter gegen das Littering auf die Schulmeile. Die Arbeit der «Zivis» ist Teil eines vor über zwei Jahren vom Gemeinderat erarbeiteten Konzepts zur Bekämpfung des Litterings.

Die beiden Zivildienstleistenden Stefan Gentsch (30) und Gabriel Wyss (20) nehmen heute ihre Arbeit auf. Sie hätten nicht die Aufgabe, mit dem Ausweis belehrend auf die Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzuwirken. Sie sollen als Streetworker präsent sein und mit den Schülerinnen und Schülern den Dialog über den Umgang mit Abfällen im öffentlichen Raum führen.

Reklamationen von Anwohnern

Von Interesse ist auch, wie die jugendlichen Konsumenten ihre Umgebung wahrnehmen und die Wünsche, die sie an Orte haben, an denen sie sich aufhalten. Mit diesem Wissen und der Sensibilisierung auf die Abfallproblematik erhofft sich die Gemeinde eine Verbesserung der Situation. Diese hat sich in den letzten Jahren verschlimmert, so Enzmann.Re«Von Anwohnern kamen vermehrt Reklamationen.» Ein Wunder in Form von plötzlicher Sauberkeit erwartet Enzmann aber nicht.

Dass gerade das Gebiet im zukünftigen Polyfeld von Littering dermassen stark betroffen ist, sei kein Zufall. «Durch die vielen Ausbildungsstätten halten sich überdurchschnittlich viele Menschen im Gebiet auf, die sonst damit nicht viel zu tun haben. Besucht man wie ein Gewerbeschüler diesen Ort nur einmal in der Woche, entsteht dazu keine persönliche Verbindung und die Sorgfalt um das Areal sinkt automatisch», erklärt die Projektverantwortliche.

Erfahrungen schriftlich erfassen

Die beiden Zivildienstleistenden werden vorwiegend tagsüber an der Schulmeile unterwegs sein. Ihr Tourenplan beinhalte aber auch Abstecher in den Holderstüdelipark und andere stark betroffene Plätze. «Unsere Arbeit teilt sich in zwei Bereiche auf: 70 Prozent Litteringbekämpfung und 30 Prozent Hilfe im Jugendhaus und auf dem Robinsonspielplatz», erklärt Stefan Gentsch.

Neben der praktischen Arbeit auf der Strasse müssen die beiden ihre Erfahrungen auch schriftlich dokumentieren. «Damit wollen wir mögliche Lösungsvorschlä*ge zur Verbesserung der Situation unterbreiten und Probleme, die wir erkennen, klar ansprechen», sagt der Muttenzer.