Noch ist die Rede von einem «Abstimmungskampf» im Dorf zwischen Sonnenberg und Rhein, doch signalisiert das überparteiliche Komitee ganz deutlich Kompromissbereitschaft. Auf den dieser Tage installierten Plakaten wird für die «Zukunft Möhlin» geworben, verbunden mit der Aufforderung, an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 22. September mit einem Ja für die revidierte Ortsplanung zu stimmen.

Die gestern übermittelten Komitee-Erkenntnisse sind klar: «Im Bata-Areal soll der Westgürtel umgezont werden, zum Forst hin soll jedoch der Grüngürtel bestehen bleiben. Der Fussballplatz Riburg soll überbaut werden können, jedoch nur im Baurecht. Die Leigruebe soll nicht eingezont werden. Auf diese Weise kann sich das Dorf gesund entwickeln, mit 80 neuen Einwohnern pro Jahr.»

Mit diesem Kompromiss biete «Zukunft Möhlin» einerseits Hand für eine «verträgliche Entwicklung», indem schweren Herzens auch Kulturland geopfert werde. Andererseits werde die «unhaltbare Situation im Bata-Areal» deblockiert, das Areal könne sich entwickeln und dringende Sanierungen liessen sich realisieren. Mit einer Baurechtslösung beim Fussballplatz Riburg würde zudem das Tafelsilber nicht vollständig verscherbelt. «Die Gemeinde hätte auf Jahre eine feste und sichere Einnahmequelle», heisst es in der Stellungnahme. Möhlin wachse auch ohne Einzonung, doch sei «massiver Mehrverkehr» zu befürchten. «Der Vorschlag des Gemeinderats beachtet nicht, dass Möhlin in den kommenden Jahren auch ohne jede Ein- oder Umzonung um jeweils mindestens 100 Personen wachsen wird.» Allein für 2011 gehe die Behörde von 179 zusätzlichen Einwohnern aus. Das gemeinderätliche Szenario bedeute massiven Mehrverkehr im Dorfteil Riburg und im Quartier Leigruebe: «Rund 600 zusätzliche Autos, welche Quartierstrassen und Schulwege in gefährliche Pisten verwandeln. Die Antworten des Gemeinderates auf die mehrmals geforderten Verkehrs- und Schulraumkonzepte lassen weiterhin viele Fragen offen und vermögen nicht zu befriedigen», so das Komitee. Zudem gingen im Bata-Areal sowie in der Leigruebe Kulturland und somit auch Naherholungsgebiet verloren.

Der Souverän hatte im Oktober 2010 fast alle Einzonungen mit 860 zu 323 Stimmen zurückgewiesen. Auch mit dem Ziel, der Gemeinderat müsse Auswirkungen auf Verkehr, Schulraum und Freizeitmöglichkeiten untersuchen.