20 Millionen Franken steckt Baselland in die Erweiterung des Gymnasiums Münchenstein. Im Zuge der Planung hat sich Christine Koch, damals noch aktive Landrätin für die SP, in einem Postulat für eine dritte Turnhalle stark gemacht. Das Postulat hat die Regierung nun beantwortet und stellt klar: Eine dritte Turnhalle kommt nicht infrage.

Koch wies in ihrem Postulat aus dem Jahr 2016 daraufhin, dass die Bevölkerung des Birstals in der nächsten Zeit stark wachsen werde. Dies zeige eine Prognose des Bundesamts für Statistik, wie es im Postulat weiter heisst. Die Bevölkerungsprognosen sei aber nicht als Grundlage in die Planung für den Erweiterungsbau des Gymnasiums Münchenstein eingeflossen.

Deshalb forderte Christine Koch, der Regierungsrat möge dies korrigieren und aufzeigen, wo auf dem Areal des Gymnasiums eine dritte Turnhalle kostengünstig erstellt werden könne. Drei Standorte prüfte der Regierungsrat daraufhin. Die günstigste Variante für eine dritte Halle würde mit 6 Millionen Franken zu Buche stehen. Die teuerste Variante mit 7 Millionen Franken.

Die Regierung schreibt in ihrer Antwort auf das Postulat zudem, dass Einzelhallen heutzutage nicht mehr gebaut werden: Zu wenig Flexibilität im Betrieb und eine zu tiefe Wirtschaftlichkeit werden als Gründe genannt. Zudem würde an Standorten der Sekundarschule I und II zuerst die Raumsituation in der Gemeinde unter die Lupe genommen.

So könne in Münchenstein auf gemeindeeigene Sporthallen ausgewichen werden. Etwa auf das Kultur- und Sportzentrum und die Primarschule. Weil das Ausweichen auch in Zukunft möglich sein werde, sei eine Investition in eine dritte Sporthalle unverhältnismässig, heisst es in der regierungsrätlichen Antwort.

Sportunterricht leide darunter

Nicht erfreut über den Entscheid der Regierung ist Alt-Landrätin Christine Koch. Langfristig sei der Verzicht auf einen Neubau ein Fehlentscheid. «Wenn wir die Geburtenrate der letzten drei Jahre anschauen, dann ist klar, dass es die zusätzliche Sporthalle in Zukunft braucht», sagt Christine Koch. Zudem werde der Sportunterricht beschnitten, wenn Schülerinnen und Schüler für den Turnunterricht dafür in ein anderes Schulhaus müssen. «Da sieht man den Stellenwert des Sportunterrichts», zeigt sich Koch enttäuscht.

Bereits Ende des nächsten Jahres soll der Erweiterungsbau bezugsbereit sein. Momentan laufen die Sanierungsarbeiten am bestehenden Schulhaus. Der Neubau beinhaltet neben 22 Klassenzimmern etwa auch eine Mensa, einen grossen Gruppenraum und Lehrerarbeitsplätze. Der ursprüngliche Bau wurde 1972 innerhalb des denkmalgeschützten Parks der Villa Ehinger gebaut. Die Schulanlage gab immer wieder zu Diskussionen Anlass, weil sie in einem schlechten Zustand war.