«Das ist ein Phänomen, das man nicht versteht», findet René Imhof, angesprochen auf die Tatsache, dass die SVP oft Mühe hat, Exekutivämter zu besetzen. Der Präsident der SVP Allschwil kennt das Phänomen auch aus seiner Gemeinde. Dabei hat seine Partei bei Parlamentswahlen dort jeweils Erfolg: Bei den letzten Nationalratswahlen bekam sie in Allschwil mehr Stimmen als alle anderen Parteien, im Einwohnerrat ist sie die drittstärkste Partei hinter der SP und der CVP.

Den letzten Rückschlag erlitt die SVP Allschwil vor etwas mehr als zwei Jahren. Damals war der Sitz von Anton Lauber (CVP), der mittlerweile Regierungsrat ist, im Gemeinderat neu zu besetzen. Das Rennen machte am Schluss sein Parteikollege Franz Vogt. Weit abgeschlagen mit nur 474 Stimmen im ersten Wahlgang (Vogt erzielte 1351 Stimmen) lag damals Pascale Uccella-Klauser. «Das ist uns noch immer völlig unbegreiflich», sagt Landrat und Vize-Präsident der SVP Allschwil Roman Klauser. «Sie hatte einen guten Wahlkampf hingelegt und ist auf viel Akzeptanz gestossen.»

Für die derzeitige Einwohnerratspräsidentin und Landrätin war es bereits die zweite Niederlage. Zwei Jahre zuvor hatte sie es schon bei den Gesamterneuerungswahlen versucht. Damals erzielte sie zwar 909 Stimmen, hatte damit aber noch immer über 800 Stimmen Abstand zum letzten gewählten Kandidaten. Allerdings war die Ausgangslage damals auch schwieriger: Sämtliche Bisherige traten wieder an.

Zwei Kandidaten sollens richten

Dieses Jahr sind die Bedingungen bei den Gesamterneuerungswahlen für neue Kandidaten einfacher: Franziska Pausa (SP) und Arnold Julier (CVP) treten nicht mehr an. Beide Parteien präsentieren deshalb je einen neuen Kandidaten. Die SP steigt mit Einwohnerrat Patrick Lautenschlager ins Rennen, die CVP mit Einwohner- und Bürgerrat Philippe Hofmann. Die SVP tritt mit zwei Kandidaten an: Roman Klauser und Henry Vogt.

«Die SVP wird dieses Mal wohl einen Sitz holen», vermutet Jean-Jacques Winter, Präsident der SP Allschwil. Er hält gleichzeitig fest, dass die Einwohnerratswahl entscheidender sei. «Dort werden die politischen Weichen gestellt.»

Felix Keller glaubt auch, dass die SVP einen Sitz machen könnte: «Andere Gemeinden wie Reinach oder Oberwil zeigen, dass dies auch im Unterbaselbiet durchaus möglich ist», so der Präsident der CVP Allschwil. Darüber denke seine Partei jedoch nicht weiter nach. «Wir schauen nicht nach links oder rechts, sondern konzentrieren uns auf unseren Wahlkampf. Wir haben zwei starke Kandidaten.»

Auf wessen Kosten ein etwaiger SVP-Sitz gehen könnte, möchten weder Winter noch Keller mutmassen. Klauser wagt hingegen eine grobe Prognose: «Die FDP wird ihre Sitze, also jene von Nicole Nüssli-Kaiser und Robert Vogt, sicher behalten, die SP jenen von Christoph Morat. Alles andere ist für mich absolut offen.» Das heisst, für ihn wackeln auch die Sitze der Bisherigen Franz Vogt (CVP) und Thomas Pfaff (SP).

Die SVP glaubt deshalb, einen Sitz holen zu können. Imhof sieht vor allem für Klauser gute Chancen. «Er hat einen grossen Rucksack und kennt viele Leute.» Damit bezieht sich der SVP-Präsident unter anderem darauf, dass Klauser lange Präsident des Malermeisterverbands BS und auch Vizepräsident des Gewerbeverbands BS war. Dies sieht auch der Gemeinderatskandidat selbst als Vorteil. «Für mich stimmen vor allem Leute, die mich durch ihre Arbeit in Basel kennen. Und wir wissen alle, dass sehr viele Allschwiler in Basel arbeiten.»