Wie in andern Gemeinden im Kanton stehen am 11.März auch in Sissach Wahlen an. Im siebenköpfigen Gemeinderat treten Präsidentin Petra Schmidt und Martin Leber (beide FDP und Bürgerliches Sissach/Bü-Si) sowie Konrad Egg von der Stechpalme nicht mehr an. Nebst den vier Bisherigen wollen ab 1.Juli auch fünf Neue die Geschicke des Bezirkshauptorts mitbestimmen.

Je zwei Kandidaturen liegen seitens des Bü-Si, der SP und von Parteilosen vor, während die Stechpalme als stärkste Kraft in der Exekutive ihre drei Sitze verteidigen will. Als einzige Frau steigt die Parteilose Beatrice Mahrer ins Rennen und sorgt doch noch für eine spannende Ausgangslage in einem flauen Wahlkampf.

Dorfentwicklung im Vordergrund

Auch in der kommenden Legislatur, die Mitte Jahr beginnt, steht Sissach vor grossen Herausforderungen. Gemeindepräsidentin Petra Schmidt erinnerte daran, dass in der Vergangenheit die Sportanlagen und dann der Bildungsbereich im Mittelpunkt gestanden hätten. In den nächsten Jahren dürfte die Entwicklung des weitgehend brachliegenden Areals nördlich des Bahnhofs im Fokus der Behörden stehen. «Es ist eine grosse Kiste, eine spannende Ausgangslage mit einem unglaublich grossen Potenzial mitten im Dorf», stellte Schmidt fest. Das Nutzbarmachen dieses Gebiets liegt im Interesse der Gemeinde und ist Bestandteil der gesamten baulichen und verkehrstechnischen Entwicklung des Dorfes zwischen der Chrüzmatt und der Sonnenkreuzung.

Bevölkerung wird moderat steigen

Bereits aufgegleist – der Baustart erfolgt im kommenden Herbst – ist dabei die Güterstrasse, die näher ans Bahngleis verlegt wird und so ein haushälterisches Ausnützen des Areals erlaubt. Ins gleiche Kapitel gehört der im Oktober 2011 an der Gemeindeversammlung zurückgewiesene Quartierplan Gerbegässlein. Dieser wird, überarbeitet, demnächst erneut dem Souverän vorgelegt.

Die Gemeindepräsidentin geht davon aus, dass die Bevölkerung als Folge eines verdichteten Bauens weiterhin moderat ansteigen dürfte, verbunden mit einer entsprechenden Zunahme des Steuersubstrats. Betragsmässig am meisten einschenken – die Rede ist von drei bis vier Millionen Franken – dürfte der Umbau der Badi. Beschlossen ist aber noch nichts.

Arbeit geht nicht aus

Mit der Pflegefinanzierung, den Änderungen im Kindes- und im Erwachsenenschutzrecht sowie mit Harmos hätten die Gemeinden inskünftig grosse Kosten zu verkraften, rechnete Schmidt vor. Sissach, schuldenfrei, verfüge mit einem Eigenkapital von zwölf Millionen Franken zwar über ein ansehnliches Polster. Aber, betonte sie, die Bevölkerung lege die Bedürfnisse fest und müsse diese auch bezahlen können, notfalls über höhere Steuern. Ein «Abschieben» von Schulden auf spätere Generationen sei eine schlechte Lösung und behindere künftige Investitionen. An Arbeit werde es dem «neuen» Gemeinderat nicht mangeln.