Für Politmuffel die gute Nachricht vorneweg: Nach der Ersatzwahl für den verstorbenen Baselbieter Regierungsrat Peter Zwick haben sie vorerst Ruhe. Die Regierung ist dann wieder komplett, und vor der Gesamterneuerungswahl 2015 ist nicht anzunehmen, dass es zu weiteren Wechseln kommt. Ein gutes Jahr dürfte der Wahlkampf ruhen, ehe er im Herbst 2014 wieder zum Leben erwacht. Denn dann naht das Ende der Amtsperiode, und eine neue beginnt. 2015 wählt das Baselbiet dann wieder einen Ständerat, seine sieben Nationalräte, die Regierung und den Landrat.

Die grüne Erfolgswelle

Bevor der Polit-Marathon, der 2011 begonnen hat, abgeschlossen wird, wirft die bz einen Blick zurück auf die wichtigsten Ereignisse. Welches sind die Bilder, die in Erinnerung bleiben?

Da ist zum einen natürlich die Wahl des ersten Grünen in die Baselbieter Regierung. Selbst die politischen Feinde schienen ihm den Erfolg zu gönnen, da er ihn mit einer entwaffnenden Bodenständigkeit feierte. «Niemand hat geglaubt, dass man mit einem derart biederen Wahlplakat gewählt werden kann», sagte er kurz später an einer Versammlung der Grünen mit einem Lachen. Was der bebrillte, oft in sich gekehrte Sissacher damit sagen wollte: Es war nicht sein Charisma, sondern der Zeitgeist, der ihn ins Amt spülte. Acht Jahre nach dem Einzug des ersten Grünen in die Basler Regierung waren auch die Baselbieter bereit. Und auch in der Baselbieter Hauptstadt sorgte ein Grüner für Furore. Lukas Ott löste letztes Jahr die langjährige Stadtpräsidentin Regula Gysin (FDP) ab.

Eine bürgerliche Niederlage setzte es auch in den Ständeratswahlen ab: Der Bisherige Claude Janiak (SP) liess nichts anbrennen und erreichte gegen die beiden Herausforderer Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP) und Caspar Baader (SVP) auf Anhieb das absolute Mehr.

Schneeberger den Tränen nah

In Erinnerung bleiben wird aber auch das Bild von Daniela Schneeberger (FDP) bei der Nationalratswahl 2011, als sie nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Peter H. Müller von der BDP die Nase vorne hatte und nur mit Mühe die Tränen zurückhalten konnte, als sie von Journalisten umringt von ihrem Wahlsieg erfuhr.

Und auch auf kommunaler Ebene gab es Gewinner und Verlierer – sofern es überhaupt zu Wahlkämpfen kam. In vielen, besonders in kleineren Gemeinden kam es mangels Kandidaten zu stillen Wahlen. In den grösseren gingen die Wogen hoch. In Aesch etwa wurde Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger (FDP) von links und rechts angegriffen. Im Gegensatz zu ihrem ebenfalls kritisierten Amtskollegen Claudio Botti (CVP) aus Birsfelden konnte sie sich hingegen im Amt halten. Botti musste gegen den Herausforderer Christof Hiltmann (FDP) in die Extrarunde – und verlor schliesslich im zweiten Wahlgang im Februar dieses Jahres.