Sicherheit gehört zu den Dauerthemen, mit denen sich Gemeindeparlamente wie der Allschwiler Einwohnerrat beschäftigen. Meist sind es aussergewöhnliche Ereignisse, welche die Diskussionen auslösen. So im Herbst 2010 in Allschwil: Damals schreckte eine Einbruchsserie die Bevölkerung auf. Zu den Betroffenen gehörte auch die in der Zwischenzeit zurückgetretene CVP-Einwohnerrätin Mathilde Oppliger.

In einem Postulat unter dem Titel «Mehr Sicherheit in unserer Gemeinde» forderte sie, dass die Gemeindepolizei wieder auf vier Vollzeitstellen aufgestockt wird, damit wieder ein Pikettdienst auch an Randstunden und während der Nacht gewährleistet werden könne. Der Ruf nach mehr Polizeipräsenz auf den Allschwiler Strassen war aus allen politischen Lagern zu hören, und mit 18 zu 12 Stimmen überwies das Gemeindeparlament den Vorstoss.

Der Bericht des Gemeinderats ist für die Einwohnerratssitzung von heute Mittwoch (ab 18 Uhr in der Aula am Lettenweg) traktandiert. Der Inhalt in Kürze: Der Gemeinderat will die Gemeindepolizei nicht aufstocken, und ab 1. Dezember soll das Team mit insgesamt 320 Stellenprozenten wieder komplett sein. Wie bereits in der Einwohnerratsdebatte im Oktober 2010 spricht sich der Gemeinderat aus Sicherheitsgründen gegen die Wiedereinführung des Ein-Mann-Pikettes aus. Ende 2007 hatte der Gemeinderat die kommunale Polizei umorganisiert und dabei mit einem verstärkten Einsatz von Zweierpatrouillen die Präsenz in der Öffentlichkeit erhöht. Für ein durchgehendes Zwei-Mann-Pikett wären insgesamt acht Vollzeitstellen nötig. Gegen ein Pikett spricht aus der Sicht des Gemeinderats nicht nur der hohe Aufwand. Sichtbar wird beim Pikettsystem die Polizei nicht präventiv, sondern immer erst dann, wenn schon etwas passiert ist.

Agglo fördert Kriminalität

Im Gegensatz zur Vermutung von Postulantin Mathilde Oppliger geht der Gemeinderat davon aus, dass nicht die Lage an der Landesgrenze, sondern die Zugehörigkeit zu einer Agglomeration der für die Kriminalitätsquote ausschlaggebende Faktor ist. «Diese Ansicht basiert auf landesweiten Statistiken, welche zeigen, dass die Häufigkeit von Delikten tendenziell überproportional zur Dichte der Bevölkerung steigt», hält der Gemeinderat fest.

Meinrad Stöcklin, Mediensprecher der Polizei Baselland, stellt dazu klar, dass es die Anonymität in einer Agglomeration der Täterschaft einfacher mache. Wenn Fremde in einem kleinen Dorf unterwegs seien, falle das eher auf, gibt Stöcklin zu bedenken. Mit den kürzer werdenden Tagen hat die Einbruchsaktivität wieder zugenommen. Sie verteile sich auf das ganze Kantonsgebiet, teilen Stöcklin und Hanspeter Rudin von der Beratungsstelle für Verbrechensprävention bei der Baselbieter Polizei mit. Rudin empfiehlt bei Abwesenheit, mit Licht Präsenz zu markieren und das Festnetztelefon umzuleiten.