Während draussen die Regentropfen an die Fensterscheibe prasseln, duftet es im gemütlichen Wohnzimmer der Familie Meier nach frischer Früchtewähe. Hausherrin Dora Meier hat eine ganz eigene Spezialität zubereitet: eine Apfelwähe mit Mascarpone und Zwetschgenkompott. Die 65-Jährige kennt sich aus mit dem Erfinden neuer Kreationen. Diese sind so gut, dass sie mittlerweile gar den Sprung vom Bauernhaus in Wenslingen bis in die Coop-Filialen geschafft haben.

Unerwarteter Erfolg

Als Meier vor acht Jahren zum ersten Mal Zwetschgen von befreundeten Bauernfamilien zu Kompott und kleinen Törtchen verarbeitete, war ein derartiger Erfolg noch ein weit entfernter Gedanke. Viel eher wollte sie den Bauersleuten helfen, ihre Früchte sinnvoll zu verwerten. «Die Leute hatten Angst, dass ihre Zwetschgen nur noch für Schnaps verwendet werden», erzählt sie. Also hat sie ihnen kurzerhand die Zwetschgen abgekauft und ein Unternehmen namens Posamenter gegründet. Der Name ist als Hommage an die frühere Seidenwebkultur der Baselbieter Bauern gedacht, die zwei Standbeine brauchten, um zu überleben. Anders sieht es bei der Familie Meier selbst aus. Der finanzielle Ertrag ihres Betriebs hat sich noch nicht ausgezahlt. Das liegt wohl daran, dass Meier den beteiligten Bauern ihre Früchte zu besonders fairen Preisen abkauft. «Langfristiges Ziel ist es aber schon, dass jemand von der Arbeit im Unternehmen leben kann.»

Mehr Organisation als Kocharbeit

Die Arbeit besteht bei Meier vor allem aus organisatorischen Aufgaben und der Vermarktung ihrer Produkte. «Ich habe viel gelernt, seit ich mit diesem Projekt begonnen habe», sagt sie verschmitzt. Stand zu Beginn noch das Rüsten der Früchte und deren Verarbeitung im Zentrum, so schlägt sich Meier heute mit dem Druck und der Gestaltung eigener Etiketten rum, nimmt von fünfzehn verschiedenen Bauernfamilien Früchte entgegen und gibt die fertige Ware zum Verkauf weiter. Die eigenen Zwetschgenprodukte stehen mittlerweile unter dem Qualitätssiegel der Slow-Food-Waren von Coop. «Das war schon ein spezieller Moment, als ich zum ersten Mal eines der Produkte im Laden sah», erzählt Meier. Einen eigenen Hofladen für ihr Sortiment wollte sie allerdings nie eröffnen. «Dazu wohnen wir zu abgelegen», sagt sie, «es gibt im ganzen Dorf keinen einzigen Hofladen.» Dann fügt sie an: «Aber manchmal läutet jemand an der Türe, dann bin ich selbstverständlich da für meine Kundschaft.»

Die ganze Familie hilft mit

Stets unterstützt wird Meier von ihrem Mann Hans. Wie jedes Jahr haben die beiden auch heuer während über einem Monat zusammen Zwetschgen gerüstet. Und auch die vier Kinder helfen mit: Zum Geburtstag hat Meier von ihrem Sohn eine eigene Internetseite geschenkt bekommen. «Wenn bei mir vor lauter Stress einmal die Sicherungen durchbrennen, sind die Kinder sofort zur Stelle», sagt sie dankbar. Die aufgeschlossene Frau nimmt ihren Schirm und geht in den nahen Baumgarten mit den Zwetschgenbäumen. Hauskater Findus kreuzt ihren Weg, Meier krault ihn liebevoll. Es sei schade, wie der Baumbestand immer mehr abnehme, sagt sie beim Anblick der wunderbaren Aussicht. Viel Zeit für einen erholsamen Spaziergang hat Meier aber nicht. Die Familie ist mit den letzten Vorbereitungen für die Basler Herbstmesse beschäftigt. Trotz grosser Hektik freut sie sich auf die zwei Wochen: «Einmal selbst die eigenen Produkte zu verkaufen, das ist schon ein tolles Gefühl.»

www.posamenter.ch

Für die Herstellung des bei der Kundschaft besonders beliebten «Prune  d’Or» arbeitet Dora Meier mit dem Wohn- und Werkheim Dietisberg  zusammen. Simpel im Aussehen und dennoch das am vielfältigsten verwendbare   Produkt im Posamenter-Angebot ist das «Prune d’Or», eine Art würzige   Zwetschgenkonfitüre. Sie ist eine der Kreationen von Dora Meier, die es   in das Slow-Food-Sortiment von Coop geschafft hat. Generell ist die   Verbindung von Ethik und Genuss einer der Punkte, die das Engagement von   Meier auszeichnen. Ein Grossteil des «Prune d’Or»-Chutneys wird von   Klienten des Wohn- und Werkheims Dietisberg zubereitet, die kiloweise   Zwetschgen einkochen und anschliessend verarbeiten. Für die Männer aus   schwierigen Lebensverhältnissen ist die Arbeit an Meiers Projekt Teil   ihres neu strukturierten Alltags. Weder Chutney noch Konfitüre  Bloss etwas macht der passionierten Hobbyköchin noch zu  schaffen:  Sie hat für die Spezialität, die sich auch innerhalb der  Familie Meier  selbst grosser Beliebtheit erfreut, noch keine passende  Bezeichnung  gefunden. «Es ist keine Konfitüre, weil Gewürze und Essig  dafür  verwendet werden, und kein Chutney, weil es keine Fruchtstücke  darin  gibt.» So ist das «Prune d’Or» eine Mischung aus Konfitüre und  Chutney, die  laut Meier am besten schmeckt, wenn sie mit einer salzigen  Speise  kombiniert wird. Die Posamenter-Chefin empfiehlt deshalb, die   Spezialität mit einer Käseplatte oder einer Fleischpastete zu servieren.

Ein Hochgenuss ohne schlechtes Gewissen

Für die Herstellung des bei der Kundschaft besonders beliebten «Prune d’Or» arbeitet Dora Meier mit dem Wohn- und Werkheim Dietisberg zusammen. Simpel im Aussehen und dennoch das am vielfältigsten verwendbare Produkt im Posamenter-Angebot ist das «Prune d’Or», eine Art würzige Zwetschgenkonfitüre. Sie ist eine der Kreationen von Dora Meier, die es in das Slow-Food-Sortiment von Coop geschafft hat. Generell ist die Verbindung von Ethik und Genuss einer der Punkte, die das Engagement von Meier auszeichnen. Ein Grossteil des «Prune d’Or»-Chutneys wird von Klienten des Wohn- und Werkheims Dietisberg zubereitet, die kiloweise Zwetschgen einkochen und anschliessend verarbeiten. Für die Männer aus schwierigen Lebensverhältnissen ist die Arbeit an Meiers Projekt Teil ihres neu strukturierten Alltags. Weder Chutney noch Konfitüre Bloss etwas macht der passionierten Hobbyköchin noch zu schaffen: Sie hat für die Spezialität, die sich auch innerhalb der Familie Meier selbst grosser Beliebtheit erfreut, noch keine passende Bezeichnung gefunden. «Es ist keine Konfitüre, weil Gewürze und Essig dafür verwendet werden, und kein Chutney, weil es keine Fruchtstücke darin gibt.» So ist das «Prune d’Or» eine Mischung aus Konfitüre und Chutney, die laut Meier am besten schmeckt, wenn sie mit einer salzigen Speise kombiniert wird. Die Posamenter-Chefin empfiehlt deshalb, die Spezialität mit einer Käseplatte oder einer Fleischpastete zu servieren.