Archäologie Baselland feiert. «50 Jahre – 50 Funde» heisst ihre Sonderausstellung mit Glanzstücken aus vergangener Zeit; sie dauert noch bis Mitte Oktober. 1968 engagierte der Kanton Baselland seinen ersten Archäologen. Und zum 50-Jahr-Jubiläum macht sich die Abteilung gleich selber ein Geschenk – eine neue Homepage.

Für deren Benutzerinnen und Benutzer ist es nun möglich, Grabungen virtuell zu besuchen und Objekte in dreidimensionaler Form anzuschauen. «Das ist für uns ein gigantischer Schritt in die Zukunft», betont Kantonsarchäologe Reto Marti.

Dieser und Andreas Fischer, Leiter Archive und Öffentlichkeitsarbeit, gingen bei der Präsentation des Jahresberichts 2017 von Archäologie Baselland auf ein paar Höhepunkte ein. Im Gaissacker in Ormalingen gruben Fachleute ein römisches Bad aus, nachdem schon von 1906 bis 1908 gleich nebenan ein grosser Teil einer römischen Villa freigelegt worden war. Das Bad war mit zwei Warmluftheizungen (Hypokaust) übereinander ausgestattet.

Kampf gegen instabilen Hang

Die Archäologen stellten bei ihren Ausgrabungen fest, dass die Bauherren mit Hangwasser und einem instabilen Hang gekämpft hatten. Davon zeugen Mörtelabdichtungen im Mauerwerk sowie Stützpfeiler und Pfähle. Diese Villa sei im Vergleich zu anderen römischen Villen früh gebaut worden, erklärt Fischer und ergänzt: «Und sie war sehr reichhaltig ausgestattet mit Platten und Fliesen.»

Dennoch blieben noch Fragen offen. Zum Beispiel: Wer besiedelte das Gebiet nach dem Abzug der Römer? Beim Kästeli in Pratteln fand man unter anderem eine bunte römische Schnalle aus dem 3. Jahrhundert. Ein Luxusobjekt von damals mit eingelegten Glasstücken und -plättchen (Millefiori-Einlagen). Laut Reto Marti könnte es Teil eines Zaumzeugs für Pferde gewesen sein.

Scherben und künstliche Hügel

Andreas Fischer berichtet von Grabhügeln im Leiwald in Reinach. Mit lasergestützten Geländeaufnahmen konnten einige sichtbar gemacht werden. Bäume wurden gefällt, Bagger gruben metertiefe Schlitze in den Boden. Die Feinarbeit fand in Zusammenarbeit mit Geoarchäologen der Uni Basel statt. Es stellte sich jedoch heraus, dass es künstliche Aufschüttungen waren. Gefunden wurden bloss ein paar Tonscherben, die von um 800 vor Christus stammen müssen (späte Bronzezeit/Frühe Eisenzeit).

Die einzelnen errichteten Grabhügel, in denen damals Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben, weisen Durchmesser zwischen 20 und 40 Metern auf. Auch hier gilt: viele Ergebnisse, aber noch mehr ungeklärte Fragen. «Vielleicht werden wir später weiterforschen», meint Fischer.

Fertig geforscht und saniert in Liestal

Der Untergrund der Liestaler Rathausstrasse, die im vergangenen Jahr vollständig saniert worden ist, ist gemäss dem Kantonsarchäologen nun fast vollständig erforscht. Sie hätten die Bauarbeiten eng begleitet, aber es sei nicht mehr viel vorhanden gewesen. Entdeckt wurden wenige Plattenböden mit tischartigen Konstrukten. Diese könnten Metzgerbänke gewesen sein, nennt Marti eine Hypothese.

Nach fünfjähriger Bauzeit und einigen Herausforderungen wurde die Ruine Pfeffingen 2017 fertigsaniert und wieder eröffnet. An sämtlichen relevanten Stellen stehen jetzt Infotafeln.