Der schwache Euro und das Internet – dagegen wollten sich sieben Läden wehren und haben den Verein «buy-local Schweiz» gegründet. Eineinhalb Jahre ist das nun her und das Netz ist auf über 40 Läden – die auch aus anderen Teilen der Schweiz, beispielsweise aus Chur oder St. Gallen, stammen – angewachsen. «Es war das Ziel, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt so viele Läden gefunden haben, die mitmachen», so Lilian Mandingorra vom «Living Room», einem der Gründungs-Geschäfter des Vereins. Man sei zufrieden, weil einige Läden von sich aus auf den Verein zugekommen seien, um Mitglied zu werden. «Das sind oft Buchhandlungen, weil die Idee von ‹buy-local› ursprünglich aus dem Buchhandel kommt», sagt Mandingorra.

Mit dem wachsenden Netzwerk an Läden sei ausserdem auch die Wirkung nach aussen und das Netzwerk zum Kunden gewachsen: «Es gibt Leute, die in unsere Läden kommen, weil sie im Zusammenhang mit ‹buy-local› von uns gelesen haben.» Und dass die Leute den Verein schon kennen, sei ein Erfolgszeichen an sich.

Doch auch wenn Erfolge zu verzeichnen sind, ganz nach Plan ist es doch nicht gelaufen: «Wir hätten schon gedacht, dass die Läden offensiver auf uns zukommen.» Es gehe langsamer voran, als man bei der Vereinsleitung erwartet habe. Ausserdem seien die bereits bei der Gründung existenten Probleme bekanntermassen schlimmer geworden: der Euro-Mindestkurs wurde abgeschafft und das 8er-Tram macht den Lädeli mehr zu schaffen als erwartet. Wobei Mandingorra ungern vom Lädeli-Sterben spricht: «Dieser Ausdruck gefällt mir gar nicht. Und mittlerweile trifft es ja nicht nur Lädeli, sondern auch grössere Läden», sagt sie mit Blick auf die Schliessungen von Kost oder Botty. «Die Stimmung ist sehr schwierig im Moment.» Der Verein wolle aber nicht jammern, sondern die Initiative ergreifen und etwas gegen die Schwierigkeiten unternehmen. So gelte das Internet auch nicht als Ausrede: «Damit müssen wir leben, es nutzen und beispielsweise einen Webshop einrichten.»

Kampf um Chancengleichheit

Bei solchen Neuerungen – aber auch sonst – lässt sich die Schweizer Version von «buy-local» gerne vom deutschen Pendant inspirieren oder beraten. «Wir haben Kontakt mit ihnen und sie stellen uns ihre Erfahrungen zur Verfügung», sagt Mandingorra. In Deutschland sei man schon viel weiter, weil der Verein schon ein paar Jahre länger existiert. «Sie haben mittlerweile 200 bis 300 Stellenprozent, die nur für ‹buy-local› arbeiten.» Eine weitere Methode von «buy-local Deutschland» war, dass man sich bei der Politik für Chancengleichheit von kleinen Läden einsetzt, damit es für sie im Wettbewerb mit grossen Ketten einfacher wird. «So ein Schritt, dass wir die Politik einbringen, ist schon denkbar.» Absehbar sei er aber noch nicht.

Im Vordergrund stehe weiterhin das Anwerben von Sponsoren und Mitgliedern. «Momentan finanzieren wir uns noch aus der einmaligen Eintrittsgebühr von 250 Franken und den Mitgliederbeiträgen von jährlich 90 Franken.» Mandingorra ist sich aber sicher, dass es immer mehr Mitglieder geben wird. «Wenn die Läden erst einmal sehen, dass es sich gut entwickelt, werden sie sich nach und nach anschliessen.» Dafür habe man einen Fünfjahres-Plan, mit diversen Projekten. «Die will ich aber noch nicht verraten.»