Auf dem Gebiet rund um den Bahnhof SBB sind zahlreiche Projekte im Bau oder in Planung: Die Baloise erstellt in den kommenden Jahren einen neuen Bürokomplex, das Hotel Hilton wird durch einen Mövenpick-Turm ersetzt, zwei Hotels der Accor-Gruppe stehen vor der Vollendung. Oettinger Davidoff beginnt an der Nauenstrasse im kommenden Jahr mit dem Bau ihres neuen Hauptsitzes – mit 180 Arbeitsplätzen.

Im Süden des Bahnhofes bauen Herzog & de Meuron; hier wird die Abteilung SRF Kultur eine neue Bleibe bekommen. Die Baupublikation wird im Kantonsblatt von heute Mittwoch angezeigt. Der Bau soll Ende 2018 bezugsbereit sein.

Und seit Dienstag ist klar, dass auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ausbauen will. Sie beantragt deshalb beim Kanton eine Zonenänderung für das Areal unmittelbar neben dem heutigen Turm. Das gab die Bank am Dienstag an einer Medienkonferenz bekannt.

Der Aufgabenbereich der Bank sei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, sagt BIZ-Generalsekretär Peter Dittus. So habe die BIZ neue Aufgaben übernommen, insbesondere seit der Finanzkrise Ende der Achtzigerjahre. Die Zusammenarbeit zwischen den Notenbanken hat sich intensiviert, die BIZ, ehemals eine europäische Institution, wurde globalisiert.

Die Zahl der in Basel abgehaltenen Sitzungen habe sich auf rund 300 Meetings mit rund 9000 Teilnehmern jährlich erhöht. Es kommen oft Präsidenten und hochrangige Vertreter von Zentralbanken der ganzen Welt nach Basel. Diese generieren zwei Millionen Franken Hotelumsatz. Entsprechend ist der Personalbestand seit der Fertigstellung des Turms im Jahr 1977 von 300 auf rund 650 Angestellte gewachsen. «Jetzt stossen wir wieder an die Grenzen», sagt Dittus.

Gebaut wird in rund 10 Jahren

Rein formal ist das Vorhaben nicht spektakulär. Die Zone 5a soll zur Zone 5 werden, was im Dreieck zum Bahnhof hin eine dichtere (ebenfalls fünfgeschossige) Bebauung ermöglicht. «Konkrete Pläne existieren noch nicht», sagt Dittus. Es seien derzeit Studien für einen Sockelbau im Gang, gebaut werden könne in acht bis zehn Jahren. Es werde einen Architekturwettbewerb geben. «Wir wollen etwas Schönes bauen, und es soll sich ins Stadtbild einfügen», so Dittus. Klar ist, dass es funktional sein muss.

So sehen die Überbauungspläne der BIZ im Modell aus:

So sehen die Überbauungspläne der BIZ im Modell aus:

Aus Gründen der Sicherheit wird es künftig keine Sitzungszimmer mit Strassenanstoss geben. Lichthöfe sollen für das nötige Ambiente sorgen. «Andere Zentralbanken haben aus Sicherheitsgründen einen Freiflächengürtel von 100 Metern um sich herum» erklärt Dittus. Andererseits seien die Schweiz und Basel sehr sicher. Und das werde von den Zentralbankiers ausserordentlich geschätzt. Es sei auch deshalb klar, dass die BIZ in Basel bleiben wolle.

Die Liegenschaften auf dem zu überbauenden Grundstück besitzt die BIZ bereits. Sie sind teils vermietet, teils braucht sie die BIZ selbst. Wie viele Menschen in den neuen Gebäuden dereinst arbeiten werden, wurde nicht gesagt. Es bestünde aber die Möglichkeit, die rund 200 Arbeitsplätze vom Botta-Bau am Aeschenplatz zum Bahnhof zu verlegen.

Bestehender Bau nicht optimal

Dem bereits bestehenden Platzmangel begegnet die BIZ mit Verdichtung. So müssen Mitarbeiter teilweise mit Grossraumbüros vorlieb nehmen, im Botta-Bau wurden Arbeitsplätze in der Eingangshalle eingerichtet (Dittus: «Der Bau ist nicht gerade optimal.»), manchmal müssen wegen Sitzungen Büros geräumt werden. «Und auch dann können nicht alle teilnehmen, die eigentlich an den Tisch gehörten.»

Wenn das Wachstum der BIZ schneller verläuft als geplant, ist die Verlegung von Büros in umliegende Liegenschaften eine Option. Dittus hat jedenfalls mit dem Nachbarn Baloise bereits Kontakt aufgenommen. Der Versicherungskonzern wird einen Teil der neuen Liegenschaften am Aeschengraben fremdvermieten.

Eine Aufstockung des heutigen Turms wird nicht ins Auge gefasst. Vom Zonenplan her wäre das möglich, aber technisch sehr anspruchsvoll. Zusätzliche Bodenanker wären nötig. Der Aufbau müsste leicht sein (aus Stahl), er würde wahrscheinlich als Fremdkörper wirken. Auch die Pläne des japanischen Architekten Toyo Ito, der zwei Türme vorsah, wurde nicht mehr aus der Schublade geholt.