«In den Schulferien werden Eltern ziemlich alleine gelassen», sagt SP-Grossrat Kaspar Sutter. In den vergangenen Jahren habe Basel-Stadt das Angebot an Tagesstruktur-Plätzen zwar stetig ausgebaut. «Dieses weist aber noch immer eine massive Lücke aus, nämlich während den Schulferien». Die Bedürfnisse der Eltern würden nicht berücksichtigt. Es werde vielmehr davon ausgegangen, dass «Eltern über 14 Wochen Ferien pro Jahr verfügten».

Nun will Sutter die Regierung mittels Motion verpflichten, Tagesstrukturen auch zur Ferienzeit anzubieten, «dies in einer anzahlmässig reduzierten Form und unter Kostenbeteiligung der Eltern, aber an konstanten Orten.»

Sutter ist nicht der erste Grossrat, der mit dieser Forderung an die Regierung gelangt. Im Januar beantwortete der Regierungsrat eine entsprechende Anfrage von SP-Grossrätin Franziska Roth mit den Worten: «Kinder, die in den Tagesheimen sind, werden auch in den Ferien weitgehend dort betreut. Für die anderen Kinder will der Regierungsrat das Angebot der‹Binggis-Ferien› etablieren und ab Sommer 2017 auch für Kindergartenkinder ausserhalb der Tagesstrukturen öffnen.»

Tagesferien «vollkommen ungenügend»

Diese Tagesferien erachtet Sutter aber als «vollkommen ungenügend», da deren Veranstaltungsorte immer wieder wechselten, eine Mindestanwesenheit von vier Tagen gelte und Kindergärtner von vielen Möglichkeiten ausgenommen seien. Sutter schwebt vielmehr ein System vor, das die Gemeinde Riehen bereits kennt. Im Freizeitzentrum Landauer gibt es Module, die Eltern halbtagesweise buchen können.

Um die Regierung stärker unter Druck zu setzen, hat Sutter sich bürgerliche Verbündete ins Boot geholt. Unter anderem der designierte CVP-Präsidenten Balz Herter, GLP-Präsidentin Katja Christ, FDP-Grossrat Stephan Mumenthaler unterstützen Sutter im Bestreben, innert zwei Jahren in jedem Schulkreis ein ganztägiges Angebot ab Stufe Kindergarten einzuführen.

Gerade für die Kleinsten fordert Sutter zudem via schriftlicher Anfrage eine Liste, für wie viele Kindergärten schon Tagesstrukturen bestehen und zieht zudem die Errichtung von Transfers an allen Standorten in Erwägung.