Peter Vogt ist ausser sich. Nur ungern nimmt der Muttenzer CVP-Gemeindepräsident zur bz-Recherche Stellung. Er übt Druck aus, um eine Veröffentlichung zu verhindern. Der Grund: In einem Interview mit der bz vor zwei Wochen zu seiner neuen Funktion als Präsident des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden hat Vogt auf die Bemerkung, dass er als Landrat mehr für die Gemeinden rausholen könnte, entgegnet: «Landrat kam für mich nie infrage.»

Ein Blick ins Archiv zeigt aber, dass Vogt zwischen 1975 und 1979 im Landrat politisierte. Dies nicht etwa für die CVP, sondern für die Rechtsaussenpartei «Nationale Aktion für Volk und Heimat» (NA), die heutigen Schweizer Demokraten.

Vogt spricht ungern über NA-Zeit

«Versucht Peter Vogt, seine Biografie zu schönen, indem er diese Phase verschweigt?» Das fragte sich Roger Blum bei der Lektüre des besagten Interviews. Der emeritierte Professor für Medienwissenschaften sass in den 1970ern für die FDP im Landrat. «Es geht mir jetzt gar nicht darum, Peter Vogt etwa an seiner politischen Vergangenheit aufzuhängen, aber er sollte dazu stehen.» Schliesslich habe jeder das Recht, sich zu ändern und klüger zu werden.

Vogt ist sich keines Fehlers bewusst. «Ich habe die Frage damals korrekt beantwortet», sagt er. Dennoch fügt er nun an: «Ich meinte, dass seit 1990, als ich Gemeinderat wurde, der Landrat für mich nie infrage kam.» Auch das ist nicht ganz korrekt. 1995 kandidierte Vogt mit der CVP für den Landrat. Dies aber nur, weil der populäre Gemeinderat ein guter Listenfüller war. Er spricht ungern über seine NA-Mitgliedschaft. Das sei schliesslich schon 35 Jahre her.

Andere Baselbieter Politiker wollen hingegen gar nicht glauben, dass der scheu wirkende, sachliche Politiker in einer Rechtsaussenpartei war: «Es muss sich um eine Verwechslung handeln», ist etwa alt Landratspräsident Fritz Epple (SP) überzeugt. Immerhin war Vogt, wie ein Blick in die damaligen Landratsprotokolle belegt, kein rechter Populist. Blum erinnert sich: «Er war damals eher still und überliess die scharfmacherischen Voten seinen Kollegen Iwan Landolt und Erhard Ammann.»

1979 trat Vogt aus der NA aus und schloss sich als Parteiloser der SVP-Fraktion an. Darüber spottete Kollege Ammann im Parlament: «Vogt konnte einfach dem ständigen Druck, einer Minderheitsgruppe anzugehören, nicht mehr Stand halten. Wir wünschen der SVP, dass es ihr gelingt, aus Peter Vogt einen tatkräftigen Politiker zu machen.» Vogt betont, dass er als 23-Jähriger durch einen Freund auf die NA-Liste kam. Ebenfalls dank einer Bekanntschaft wechselte Vogt Ende der 1980er-Jahre zur CVP.

Für CVP ist NA-Zeit «Jugendsünde»

Rita Bachmann, Präsidentin der CVP Muttenz, wusste von Vogts Werdegang: «Seine Zeit bei der NA liegt aber lange zurück und war eine Jugendsünde.» Vogt bewege sich auch heute noch eher rechts der CVP. Auch Bachmann drängt die bz dazu, bloss nicht Vogts Zugehörigkeit bei der NA zu erwähnen. Auch ihr scheint das Thema unangenehm. Sie befürchtet wohl einen Imageschaden für die Partei und für Vogt.