Nun will Hilker, die sich selbst als «rechtsliberal» bezeichnet, für die Grünliberalen (GLP) in den Grossen Rat. Geplant war dies eigentlich nicht. Sie ist erst seit Anfang Jahr GLP-Mitglied. Als die Partei ein erstes Mal angefragt hat, ob sie kandidieren wolle, lehnte sie ab. Doch: «Als man ein zweites Mal auf mich zugekommen ist, habe ich angefangen, mir das vorzustellen.»

Im Frühsommer hat Hilker sich entschieden, die Chance zu packen. Sie bereut es nicht. «Es ist ein grosses Abenteuer», sagt sie. Sie wird viel Freizeit für den Wahlkampf opfern müssen, etwa um an Standaktionen zu stehen. Das macht Hilker aber nichts aus. «Ich liebe diese Stadt», sagt sie und kommt ins Schwärmen. «Ich bin hier aufgewachsen. Ich bin Rheinschwimmerin, Velofahrerin, Kulturfan.» 15 Jahre lang hat sie im Baselbiet gewohnt, dann hat es sie wieder in die Stadt zurückgezogen.

Mehr Sauberkeit in der Stadt

Hilker glaubt deshalb auch, dass sie eine volksnahe Politikerin wäre. Eine, die mit den Leuten spricht und auf sie hört. Eine die spürt, was die Basler beschäftigt. Fragt man sie nach ihren Kernanliegen, spürt man ihre Nähe zur Wirtschaft sehr stark. «Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Die Steuern für Unternehmen müssen gesenkt werden», sagt sie überzeugt. Abgesehen von der Wirtschaft würde sich Hilker für mehr Sauberkeit einsetzen. «Ich war gerade in Kalifornien in den Ferien, da betragen die Bussen für Littering 1000 Dollar.» Ein weiteres Anliegen sei ihr die Kultur: «Basel soll trendiger und hipper werden.»

Doch wie ist die aufgestellte Businessfrau eigentlich bei der GLP gelandet? Aufgrund ihrer Position bei der HKBB wäre eine bürgerliche Partei naheliegender. Die junge, urbane GLP gefalle ihr einfach. «Es wird hart diskutiert, doch immer freundlich. Nie wird auf den Mann – respektive die Frau – gespielt», sagt sie. Die Partei müsse ihre Position immer wieder neu aushandeln. Gerade weil es Zielkonflikte zwischen der Wirtschaft und der Umwelt gibt, sei das wichtig. Testfrage also: «Wie stehen Sie zum Atomausstieg?» Hilker überlegt: «Ich kann mir den Atomausstieg gut vorstellen.» Aber 2035, wie das der Bundesrat will, sei viel zu früh.

Im Dienst der Partei

Hilker tritt im Wahlkreis Grossbasel West an. Dort hat die GLP bereits drei Sitze, darunter Parteichef David Wüest-Rudin und Regierungskandidat Emanuel Ullman. Auch Hilker ist bewusst, dass es dort in erster Linie darum geht, die Sitze der Partei zu halten. Ziel der GLP für die Wahlen ist, die insgesamt sechs Sitze zu verteidigen und – wenn möglich – auf acht auszubauen. «Wenn ich mit meinen Stimmen dazu beitragen kann, dass wir das schaffen, bin ich schon sehr glücklich», meint Hilker bescheiden. Damit stellt sich die Kaderfrau, die durch ihre Funktion über ein immenses Netzwerk in der Stadt verfügt, ganz in den Dienst ihrer Partei. Wie hoch schätzt sie ihre persönlichen Wahlchancen ein? Hilker antwortet selbstbewusst: «Nicht null.»