Grund für die angespannten Beziehungen ist das Sicherheits-Paket der SVP; nicht weniger als 14 Forderungen werden im Grossen Rat deponiert - die Bandbreite reicht von einer 24-Stunden-Videoüberwachung des Rheinbords bis hin zur Internierung von Asylsuchenden in einer geschlossenen Unterkunft.

Wie der berühmte «Ricola»-Werbemann reklamiert SVP-Chef Sebastian Frehner das Thema Sicherheit für seine Partei. Er ärgert sich, dass FDP-Regierungskandidat Christophe Haller im Wahlkampf mit dem Slogan «Mehr Sicherheit für Basel» wirbt.

«Lächerlich, Thema für sich zu pachten»

FDP-Präsident Daniel Stolz schüttelt den Kopf: «Es ist lächerlich, wenn jemand meint, er habe ein Thema für sich und seine Partei gepachtet.» Fragwürdig sei auch, dass die SVP ihre Forderungen ausgerechnet jetzt aufstelle: «Wenn der Handlungsbedarf so gross ist, weshalb kommt die SVP mit ihren Forderungen dann am Ende der Legislatur?»

Stolz gibt die Antwort gleich selber. Die Partei nutze das emotionale Thema für den Wahlkampf. Auch LDP-Präsident Christoph Bürgenmeier spricht von einer «Überreaktion». Dass die SVP ihre Forderungen mit massiver Kritik an den anderen bürgerlichen Parteien garniere, fördere die Freundschaft nicht gerade, findet Bürgenmeier.

Vom Konflikt profitiert keiner der Bürgerlichen

Dabei kann an schlechten Beziehungen im bürgerlichen Lager weder die SVP noch FDP, LDP und CVP ein Interesse haben: Um im Grossen Rat bürgerliche Anliegen durchzubringen, sind die vier Parteien aufeinander angewiesen.

In die Regierungswahlen vom 28. Oktober gehen SVP einerseits und LDP, FDP und CVP mit anderseits mit getrennten Tickets. In einem allfälligen zweiten Wahlgang sind allerdings Konstellationen denkbar, in denen sämtliche bürgerliche Kräfte wieder am selben Strick ziehen müssen. CVP-Vizepräsident Lukas Engelberger spricht von einem Dilemma, in dem sich vor allem die SVP befinde: «Die SVP wächst mit aggressivem Populismus - doch Wahlen gewinnen kann sie nur mit uns.»