Nun kandidiert Thomas Gander für die SP für den Grossen Rat. Durch seine Tätigkeit als Fanarbeiter habe er viel Kritik an der Politik und ihren Exponenten geübt. «Nun will ich selber aktiv daran teilhaben.» Zudem reize ihn die Möglichkeit, mit seinen Erfahrungen die Stadt als Grossrat mitzuprägen.

Obwohl der ausgebildete Sozialarbeiter in der Stadt vor allem wegen seiner Tätigkeit als Co-Leiter der Fanarbeit Basel bekannt ist, will er als Politiker auch neue Themen angehen: «Ich will als Grossrat zeigen, dass mein Profil breiter ist – ich werde dort sicher nicht einfach FCB-Vertreter.»

Erneut das Thema Sicherheit

So werde für ihn heute der Freiheitsbegriff zu einseitig mit Wirtschaftsfreiheit definiert. Freiheit äussere sich aber vielmehr in der gleichberechtigten Teilnahme an der Gesellschaft. Hierzu brauche es auch soziale Sicherheit, um ein Leben ohne Ängste und Abhängigkeiten führen zu können.

Und etwas darf im aktuellen Wahlkampf natürlich keinesfalls fehlen: «Ich habe Lust, über die Sicherheit in Basel zu diskutieren.» Hier möchte Gander seine Erfahrungen aus der hitzig geführten Sicherheitsdebatte rund um den Fussball einbringen.

Seine Wahlchancen schätzt der 36-Jährige, bereits in bester politischer Manier, als «verhalten optimistisch» ein. Es sei wie im Fussball auch: «Meint eine Mannschaft, dass sie den Cupfinal gewinnen wird, dann geht es ziemlich sicher schief», begründet er seine zurückhaltende Aussage.

Eng mit dem FC Basel verbunden

Geboren wurde Gander 1976. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in Engelberg. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wuchs er ab dem Alter von vier Jahren bei seinem Onkel, seiner Tante und deren drei Kindern im Basler Gellertquartier auf. Heute wohnt der 36-Jährige in der Breite und kandidiert deshalb im Wahlkreis Grossbasel Ost für den Grossen Rat.

Seit siebeneinhalb Jahren ist Gander mittlerweile Co-Leiter der Fanarbeit Basel. Die Organisation wird von den Kantonen beider Basel und vom FC Basel selbst getragen. 2009 wurde er zusätzlich zum Geschäftsführer der von ihm mit aufgebauten Fanarbeit Schweiz.

Ein Bier mit Dürr als Fettnäpfchen

Obwohl Gander durch seine verschiedenen Tätigkeiten bereits einiges an politischer Erfahrung gesammelt hat, bezeichnet er sich selbst als Quereinsteiger. «Da tritt man halt dann auch in das eine oder andere Fettnäpfchen», sagt Gander. Dabei erinnert er sich an die Debatte, die entstand, weil er Freunde zu einem Bier mit FDP-Regierungskandidat Baschi Dürr eingeladen hatte.

Das grösste Problem im Zusammenhang mit seiner Kandidatur kommt allerdings erst noch auf Gander zu. Am Tag der Wahlen, dem 28. Oktober, wird er einen Terminkonflikt lösen müssen: Während er an diesem Sonntag auf sein Wahlergebnis warten wird, tritt der FC Basel in der Meisterschaft auswärts beim Erzrivalen FC Zürich im Letzigrund an.