Getreu dem Motto des AKV „aktuell, kultiviert, vernetzt“ besuchten seine Mitglieder die Ausstellung des international bekannten deutschen Bildhauers Stephan Balkenhol, des französischen Malers Philippe Cognée und der Fotografin Marie Bovo.

Die Vorfreude war gross, wurden doch einige von uns schon 2006 im damals neu eröffneten Frieder Burda Museum in Baden-Baden neben Werken von Chagall auf eben diesen Gegenwartskünstler - Stephan Balkenhol – aufmerksam. Gespannt waren die Mitglieder, was in den 10 Jahren an neuen Skulpturen geschaffen wurde. Balkenhol ist bekannt für seine Vielfalt an kraftvollen Figuren, Menschen, Tieren und Reliefs und auch für seine 4 Meter grosse Ikarus-Figur mit ihren Schwingen.

Im Entrée des Museums steht zur Begrüssung Stephan Balkenhols gigantischer Männerkopf, flankiert von drei Holzschnittporträts. Etwas später bezaubert die Tänzerin in ihrem weissen Plisée-Kleid, die dasteht, als würde sie auf ihren Tanzpartner warten. Gleich nebenan steht er nun, der grosse, junge Mann, mit seinem weissen Hemd und der schwarzen Hose. Erwähnenswert ist auch die einer Amphore nachempfundene Vase mit Liebesmotiven, die an die Antike erinnern.

Stephan Balkenhol sagt: „Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, zu entdecken.“ Seine Werke sind in folgenden weiteren Museen zu sehen: Kunstmuseum Basel, Museum für moderne Kunst in Frankfurt, Museum Würzburg und Museum Ludwig in Köln.

Seit 1992 ist Stephan Balkenhol Professor der bildenden Künste an der Akademie Karlsruhe. In seinem Dienstatelier haben die Studenten Gelegenheit, seine Arbeit zu kommentieren – unser Kommentar: einfach grossartig!

Philippe Cognée zeigt 26 grossformatige Bilder. Er bildet Strände, Häuser, Einkaufszentren, Landschaften aus Südamerika ab und verleiht ihnen durch seine (oft imitierte, doch nie erreichte) Wachs-Bügeleisen-Technik eine ganz besondere Transparenz und Faszination. Die gleiche Wirkung erzielt er auch bei seinen abstrakten Bildern.

Besonderen Anklang bei den Mitgliedern des AKV fand der Raum mit den 1111 A4-formatigen Bildern. Aus 10 Jahren ART Basel-Katalogen hat Philippe Cognée Motive übermalt und auf Aluminiumplatten aufgezogen. Erinnerungen werden wach, und stundenlang möchte man in diesem Zimmer verweilen.

Marie Bovo zeigt im ersten Stock riesenformatige Fotografien. Der Blick des Beobachters streift über das Interieur durch das offene Fenster nach aussen, manchmal in eine polnische Landschaft, dann wieder in eine Nachbarschaft in Algier. Das Motiv führt von der Enge des Raums in die Weite der Landschaft, von der Beengung in die Befreiung.

Amüsiert hat die Video-Installation von Marie Bovo mit dem auf dem Kochherd vergessenen Milchtopf. Die Milch schwappt über und läuft bis in die Gassen von Marseille. Marie Bovo hat auch schon in Museum of Photography of California ausgestellt.

Bei einem Umtrunk im Foyer des Museums Fondation Fernet-Branca liessen wir die Ausstellung nochmals Revue passieren. Dem Museum und seinem hilfsbereiten und kompetenten Personal gebührt unser Dank. Der Spezialpreis von 6 Euro/Person hat ein unvergleichliches Erlebnis ermöglicht.

Erika Würz